Was sollen diese Rollschuhe vor dem Amtsgericht?

„Skatermutter“ Barbara Lässig (59) vor dem Amtsgericht Dresden.
„Skatermutter“ Barbara Lässig (59) vor dem Amtsgericht Dresden.

Von Torsten Hilscher

Dresden - Sie waren einmal wie Mutter und Sohn: Barbara Lässig (59) und Matteo Böhme (34, beide FDP). Doch nun sind die Erfinder des Dresdner Nachtskatens völlig von der Rolle, streiten sich vor Gericht. Den Auftakt machte der Kampf um 34 Paar Rollschuhe.

Lässig, seit Januar Chefin des Vereins Dresden skatet und damit Nachfolgerin von Böhme, forderte die Herausgabe. „Hier, bitte“, sagte Böhme am Tag der ersten Klärung vor dem Amtsgericht und schickte ein Auto mit den Schuhen im Kofferraum. Er selbst war nicht anwesend, dafür seine Anwältin.

Klägerin Lässig: „Das hätte auch ohne Gericht gehen können. Wochenlang war Zeit.“

Ein Foto aus besseren Tagen: Barbara Lässig und Matteo Böhme im Jahr 2001.
Ein Foto aus besseren Tagen: Barbara Lässig und Matteo Böhme im Jahr 2001.

Böhme zur MOPO24: „Ich hätte es auch gern einfach im Gespräch geklärt, aber sie wollte ja nicht.“

Die persönliche Abneigung ist immens.

Dabei hatte Lässig einst den ungebändigten Jugendlichen Böhme unter ihre Fittiche genommen. Mit ihm hob sie 1998 das Nachtskaten aus der Taufe. Sie führte Böhme in Politik und Wirtschaft ein, saß mit ihm im Stadtrat.

Nun läuft nichts mehr ohne Anwälte.

Nach den Schuhen geht es um die Onlinezugänge der Skater sowie um Geld und anderes Vereins-Eigentum, an dem sich Böhme laut Lässig bereichert habe.

Er bestreitet alle Vorwürfe.

Barbara Lässig zählt die zurückgegebenen Schuhe durch. An ihrer Seite Vereinsvize Hans-Jürgen Burkhardt.
Barbara Lässig zählt die zurückgegebenen Schuhe durch. An ihrer Seite Vereinsvize Hans-Jürgen Burkhardt.

Fotos: Steffen Füssel, Thomas Türpe (2)


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