Baubeginn für Dresdens neue Asyl-Stadt

Der Bau der Flüchtlingsstadt an der Stauffenbergallee hat begonnen.
Der Bau der Flüchtlingsstadt an der Stauffenbergallee hat begonnen.

Von Anneke Müller

Dresden - Dresden bekommt eine Flüchtlingsstadt! In Nachbarschaft zum Knast und der Polizei wird auf dem ehemaligen Kasernengelände an der Stauffenbergallee/Ecke Hammerweg seit Montag vergangener Woche fleißig gebaggert.

Derzeit laufen die Tiefbauarbeiten, Straßen werden angelegt. Geplant sind auf dem etwa 15.000 Quadratmeter großen Eckgrundstück sieben dreigeschossige Fertighäuser für je 100 Flüchtlinge und ein Verwaltungsgebäude.

In dem zentralen Bau werden neben Speiseräumen, verschiedene Materiallager, ein Fernsehraum und ein Raum zur Freizeitgestaltung untergebracht werden. Die Mitarbeiter der Zentralen Ausländerbehörde werden dort Büros beziehen.

Die Flüchtlingsstadt entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne und soll Ende 2016 fertig sein.
Die Flüchtlingsstadt entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne und soll Ende 2016 fertig sein.

Räume für die Erst-Gesundheitsuntersuchungen und eine Krankenstation sind geplant.

Wie genau die Wohneinheiten eingeteilt werden, steht noch nicht fest: „Es laufen derzeit die Erschließungsmaßnahmen“, so Landesdirektionssprecher Holm Felber. Fest steht zumindest, dass es sogar einen Spielplatz geben soll.

Die Entscheidung, die Flüchtlingsstadt an dieser Stelle zu bauen, fiel vor gut einem Jahr. 37 Millionen Euro wird der Freistaat dafür berappen müssen. Im Laufe des Jahres 2016 soll der Bau fertig werden, Anfang 2017 sollen die ersten Flüchtlinge einziehen.

Gegenwärtig gibt es in Sachsen nur in Chemnitz eine Erstaufnahmeeinrichtung. Dort leben derzeit mehr als 7200 Flüchtlinge.

An der Lösung für die 1015 Asylbewerber aus der Zeltstadt an der Bremer Straße wird noch gearbeitet: Die Zelte sollen zwar durch Container ersetzt werden, doch wann ist nicht sicher: „Es hängt davon ab, wie schnell die Container besorgt werden können“, so Felber. Das Rote Kreuz pocht auf eine schnelle Lösung: „Die Zelte sind für den Winter nicht geeignet und wir wollen das auch nicht“, so Sprecher Kai Kranich (33).

In den ersten sieben Monaten 2015 nahm Sachsen insgesamt rund 14.500 Asylbewerber auf (Vergleich Vorjahreszeitraum: 4900).

Derzeit erreichen täglich zwischen 200 und 300 Flüchtlinge den Freistaat.

Zwischen Polizei und Gefängnis entsteht eine Stadt für Flüchtlinge.
Zwischen Polizei und Gefängnis entsteht eine Stadt für Flüchtlinge.

Fotos: Ove Landgraf


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