Prozess gegen PEGIDA-Hasser: Es geht um eine Ohrfeige und 800 Euro von Oma

Dresden - Die "Woche gegen Rassismus" vor einem Jahr in Dresden ging nicht ohne Knatsch ab. So soll Marcus F. (24) am Rathaus auf PEGIDA-Anhänger losgegangen sein. Nun sitzt er vorm Amtsrichter.

Marcus F. (24) soll am Rande einer Veranstaltung im Rathaus auf PEGIDA-Anhänger losgegangen sein.
Marcus F. (24) soll am Rande einer Veranstaltung im Rathaus auf PEGIDA-Anhänger losgegangen sein.  © Steffen Schulze

"Ich stand mit meiner Fahne da, weil Rassismus auch gegen Deutsche geht", so Peter B. (39), der sich samt Deutschlandflagge vorm Rathaus postierte.

Laut Anklage ging der arbeitslose Marcus mit den Worten "Hau mit deiner Fahne ab! Du bist doch einer von den Pegis", los und gab ihm eine Ohrfeige. Das Sicherheitspersonal ging dazwischen.

Später am Plenarsaal soll Marcus noch ein Ehepaar bedroht haben: "Ihr Nazi-Schweine. Wir wissen, wo euer Auto steht." Auch hier griff der Saaldienst ein. "Ich gehe zu PEGIDA. Aber ich lasse mich nicht als Nazi beschimpfen", so der angegriffene Mann (64).

Marcus schweigt zu alldem, sein Anwalt bezweifelt außerdem, dass die "Täterfotos" in der Akte seinen Mandanten zeigen. Unklar blieb auch der Nachweis einer anderen Anklage: Demnach klaute Marcus seiner Oma 800 Euro aus dem Schrank, während die Familie nebenan den verstorbenen Opa betrauerte.

Der Prozess wird also fortgesetzt. Vorsorglich drohte der Richter Marcus mit Ordnungsgeld, sollte er beim nächsten Mal wieder mit einem "Fuck AfD"-Shirt im Gericht aufkreuzen. Auch dem "Anhang" der PEGIDA-Gänger im Saal drohte der Richter mit Ordnungsgeld, wenn Geläster, Gerede, Kommentare - kurz: Störungen nicht unterlassen werden.

Titelfoto: Steffen Schulze

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