Dresdens Extremschwimmerin vor Gericht: Hat sie ihren Audi abgefackelt?

Dresden - Eigentlich braucht sie all ihre Konzentration für ihr großes Ziel: Extremschwimmerin Kirsten Seidel (53) will im Sommer die "Doppelte Belt-Überquerung" schaffen. Von Puttgarden in Deutschland nach Rodby in Dänemark und zurück. Doch jetzt kämpfte die Dresdnerin am Amtsgericht erst einmal für ihre Unschuld. Die Anklage warf ihr Brandstiftung vor!

Kirsten Seidel (53) in ihrem Element: Hier im Bodensee, den sie als erste Frau nonstop von Nord nach Süd durchquerte.
Kirsten Seidel (53) in ihrem Element: Hier im Bodensee, den sie als erste Frau nonstop von Nord nach Süd durchquerte.  © Ove Landgraf

Demnach hatte die gelernte Maschinenbau-Ingenieurin im Oktober 2015 ihren Audi A1 Sportback auf einem Acker bei Bobritzsch (Freiberg) angezündet. "Die Anklage stützte sich nur auf Indizien", sagte Verteidiger Jörg Dänzer.

So fackelte der Wagen 40 Kilometer entfernt vom Wohnort der Schwimmerin ab. Andere Autospuren gab es am Tatort nicht. Und laut LKA war der Audi per "Polenschlüssel" geöffnet worden. "Der Wagen wurde also geklaut und angezündet, um Spuren zu verwischen", so Dänzer. Folge: Freispruch! Den hatte sogar die Staatsanwältin gefordert!

"Ich bin sehr erleichtert", so die Extremschwimmerin, die sich nun wieder ihrem Ziel widmet. "Sobald die Freiwassersaison startet, schwimme ich wieder. Bis dahin steht tägliches Mentaltraining an", sagt Kirsten Seidel, die als erste Frau den Bodensee von Nord nach Süd durchschwamm und auch schon von Dresden nach Hamburg schwamm. Immer um auf das Schicksal krebskranker Kinder aufmerksam zu machen.

"Im Sommer will ich endlich von Deutschland nach Dänemark und zurück schwimmen", so Seidel entschlossen. Vor fünf Jahren schwamm sie schon mal die doppelte Beltquerung.

Aber neun Kilometer vorm Ziel geriet sie in schwere See, musste abbrechen. "Das passiert mir nicht noch mal", so die mutige Schwimmerin. Viel Glück!

Im Amtsgericht kämpfte die Extremschwimmerin um ihre Unschuld. Und gewann.
Im Amtsgericht kämpfte die Extremschwimmerin um ihre Unschuld. Und gewann.  © Ove Landgraf