Radfahrer nach Unfall in Klinik: Jetzt appelliert er an alle im Verkehr

Dresden - Immer mehr Unfälle mit Radlern enden tödlich. Auch Oliver Schütze (38) stürzte nach einer Kollision mit einem Auto in der Friedrichstadt schwer (TAG24 berichtete). Im Krankenhaus sprach er über den Unfall und das Verkehrsklima in Dresden.

Zieht seine Lehren aus dem Unfall: Radfahrer Oliver Schütze (38) im Krankenbett.
Zieht seine Lehren aus dem Unfall: Radfahrer Oliver Schütze (38) im Krankenbett.  © Ronald Bonß

Der Gastronom war am Vormittag mit seinem Mountainbike unterwegs. Eine Mercedes-Fahrerin (56) wollte aus der Laurinstraße kommend nach rechts auf die Könneritzstraße abbiegen.

Sie beklagte später, dass sich Schütze von rechts näherte, auf der falschen Seite fuhr. "Das war ein Fehler, keine Frage", so Schütze einsichtig.

Zwar verliert ein Radler auch dann sein Vorfahrtsrecht nicht, doch das Unglück wäre vermeidbar gewesen.

Stattdessen nahm es seinen Lauf: "Die Fahrerin schaute nach links, hielt nicht an. Ich versuchte noch auszuweichen. Dann krachte es."

Schütze stürzte auf die Straße, verletzte sich an Bein und Schulter. Schnell war eine Helferin bei ihm. "Dann hörte ich, wie mir die Fahrerin Vorwürfe wegen der Fahrtrichtung machte. Dem Notarzt sagte sie, dass sie nur das Rad angefahren habe, der Fahrer selbst hingefallen sei", so Schütze. "Später sagte sie der Polizei, ich hätte bestimmt Alkohol oder Drogen genommen."

Riskante Abkürzungen

Dieses Verhalten stimmt Schütze nachdenklich: "Die Fahrerin hat nicht ein Mal gefragt, wie es mir geht. Stattdessen nur Vorwürfe. Da fehlt mir ein Mindestmaß an Menschlichkeit."

Er zertrümmerte sich den Gelenkkopf im Schienbein, wurde operiert, läuft nun wochenlang auf Krücken.

Schütze radelt oft. Die vorhandenen Wege verleiteten häufig zu riskanten "Abkürzungen". Er wünscht sich mehr Vorsicht aller Verkehrsteilnehmer. 2018 war ein Radler, im vergangenen Jahr drei bei Unfällen gestorben.

"Wir sollten gemeinsam unterwegs sein, nicht gegeneinander", appelliert Schütze - und fängt bei sich selbst an: Künftig will er nur noch auf der richtigen Seite fahren.

Die Unfallstelle in der Friedrichstadt an der Könneritzstraße/Ecke Laurinstraße.
Die Unfallstelle in der Friedrichstadt an der Könneritzstraße/Ecke Laurinstraße.  © Steffen Füssel

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