"Und wenn sie nicht gestorben sind ..." So pietätlos führte der MDR toten Amtsleiter vor

Dresden - Schulamtsleiter Falk Schmidtgen (†54) starb letzte Woche bei einem tragischen Verkehrsunfall. Das Rathaus steht noch immer unter Schock. Ausgerechnet jetzt verhöhnt der MDR den von einem Raser totgefahrenen Amtsleiter unabsichtlich im Fernsehen. Vor allem ein Satz schockiert.

Schulamtsleiter Falk Schmidtgen (†54) im Gespräch mit Reporterin Henriette Fee Grützner (31).
Schulamtsleiter Falk Schmidtgen (†54) im Gespräch mit Reporterin Henriette Fee Grützner (31).  © MDR/Screenshot

In der Sendung "Voss&Team" (Donnerstag, 20.15 Uhr) stellte Moderatorin Henriette Fee Grützner (31) als "Possen-Reporterin" einen missglückten Bolzplatz-Neubau an der 56. Grundschule vor und interviewt unter anderem den mittlerweile toten Schulamtsleiter.

In Form eines Weihnachtsmärchens erzählt, kommt Schmidtgen zwar nicht komplett schlecht weg, im lakonischen Unterton wird dennoch genüsslich eine von ihm zu verantwortende Behördenpanne erzählt.

Zum Schluss dann das Unfassbare: Henriette Fee Grützner beendet den Beitrag, wie bei Märchen üblich, mit "Und wenn sie nicht gestorben sind ..."

Im Rathaus herrschte Freitag Fassungslosigkeit, Mitarbeiter waren empört über den MDR. OB Dirk Hilbert (47, FDP) schaltete sich ein: "Der OB hat in einem Schreiben Chefredaktion und Intendantin aufgefordert, den Beitrag umgehend aus der Mediathek zu entfernen", so Stadtsprecher Kai Schulz. Das ist mittlerweile geschehen, die Sendung ist jedoch weiterhin über Youtube abrufbar.

MDR wusste von nichts

Moderator Sven Voss (42) von "Voss&Team": Der MDR bedauert mittlerweile die Ausstrahlung des Beitrages.
Moderator Sven Voss (42) von "Voss&Team": Der MDR bedauert mittlerweile die Ausstrahlung des Beitrages.  © MDR/Martin Jehnichen

„Wir bedauern es sehr, dass wir das Interview mit Falk Schmidtgen ausgestrahlt haben. Der MDR hatte keine Kenntnis von Herrn Schmidtgens Tod", so ein MDR-Sprecher.

Weiter heißt es: "Wir haben den Produktionsablauf dieses konkreten Beitrages gemeinsam mit der TV-Produktionsfirma geprüft.

Das Interview zu dem Beitrag wurde am 19.11.18 geführt. Da nicht zu erwarten war, dass sich die Faktenlage ändert, hat die Produktionsfirma keine neuerlichen Recherchen durchgeführt."

Über den tragischen Unfalltod Schmidtgens am 27. November hatten zahlreiche Medien in Sachsen berichtet (TAG24 selbstverständlich auch).


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