Bewährungsstrafe: Mutti ging mit Sohnemann auf Klautour

Mutti Langfinger: Zvezdana R. (41) gestand, in der Innenstadt geklaut zu haben.
Mutti Langfinger: Zvezdana R. (41) gestand, in der Innenstadt geklaut zu haben.

Von Steffie Suhr

Dresden - Ganz schön dreist: Als Zvezdana R. (41) und Junior Zlatko (22) im April über die Prager Straße flanierten, klauten sie wie die Raben. Dienstag hatte dieser Einkauf ein Nachspiel beim Amtsrichter.

Innerhalb von Minuten griff die dreifache Mutter aus Serbien zu: Aus den Auslagen zweier Schuhgeschäfte und eines Haushaltsladens verschwanden sieben Paar Flipflops, 18 Messer-Sets und sechs weitere Paar Damenschuhe in Zvezdanas Tasche. Ihr Sohn begleitete sie.

Die alarmierte Polizei stellte das Duo sofort.

„Ich wollte die Sachen meiner Familie schenken“, erklärte die Asylbewerberin. Der Richter konterte:

Ihre präparierte Tasche: Mit Pappe und Alufolie war sie gegen Alarmanlagen im Kassenbereich resistent.
Ihre präparierte Tasche: Mit Pappe und Alufolie war sie gegen Alarmanlagen im Kassenbereich resistent.

„So viel Verwandtschaft haben Sie gar nicht! Die Sachen eignen sich wunderbar, um sie an fliegende Händler zu verkaufen. Dafür war all das gedacht.“

Er verdonnerte Zvezdana R. zu sieben Monaten Haft. Die Strafe wurde zwar zur Bewährung ausgesetzt, dafür muss die Frau aber 150 Arbeitsstunden ableisten. Auf das laufende Asylverfahren hat das Urteil keinen Einfluss.

Übrigens: Zlatko kam nicht zum Prozess. „Ihm ist schlecht, er musste brechen“, entschuldigte ihn die Mutti. Der Richter drohte: „Er soll schleunigst ein Attest bringen, sonst kriegt er Ärger mit mir.“

Heißt: Wegen Schwänzens droht dem Junior U-Haft.

Ein Teil der Beute. Laut Richter sollte das Diebesgut verschachert werden.
Ein Teil der Beute. Laut Richter sollte das Diebesgut verschachert werden.

Fotos: Ove Landgraf (3)


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