Fast fertig! Der geheime Staudamm unterm Rathenauplatz

Dresden - 75.000 Autos umkurven seit über einem Jahr am Rathenauplatz eine der spannendsten Baustellen der Stadt. Gut geschützt von Bauzäunen und Sichtwänden entstand in den letzten Monaten ein spektakulärer, zehn Meter tief gelegener, unterirdischer Staudamm. Jetzt sind die Arbeiten nahezu fertig.

Projektleiter Heiko Nytsch (47) zeigte im unterirdischen Stauraum das Stahlsieb.
Projektleiter Heiko Nytsch (47) zeigte im unterirdischen Stauraum das Stahlsieb.  © Steffen Füssel

Tonnen an Beton und Stahl wurden in den letzten Monaten verbaut. "Probleme gab es beim Ausheben der Baugrube. Das ursprünglich geplante Verfahren hätte zu starken Erschütterungen an der Synagoge geführt, wir mussten umplanen", sagt Projektleiter Heiko Nytsch (47) von der Stadtentwässerung.

Doch jetzt ist ein Ende in Sicht. Im September kommt eine Betondecke auf den unterirdischen Staudamm, ab Oktober fließt der Verkehr wieder regulär von der Carolabrücke in Richtung Pirnaischer Platz. Danach folgen noch Restarbeiten.

Im nächsten Frühjahr ist der Abwasserbau fertig. Über eine zweieinhalb Meter hohe Staumauer können dann bis zu 4,1 Millionen Liter Mischwasser (Abwasser, Regenwasser) angestaut werden. Das wird zum Beispiel bei Starkregen notwendig.

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Bisher floss das Abwasser (Einzugsgebiet von der Südvorstadt bis Mockritz) im Extremfall über die einen Meter hohe Staumauer und dann ungeklärt in die Elbe. Zukünftig kann zum einen mehr Wasser angestaut werden.

Zudem wird das Abwasser über ein neun Meter langes selbstreinigendes Stahlsieb gefiltert. Grober Dreck wie Feuchttücher und Papier bleiben zurück, Dreckwasser fließt wie bisher auch kontinuierlich in Richtung Kläranlage ab. In die Elbe fließt nur noch zumindest vorgereinigtes Wasser. Die Stadtentwässerung investiert 3,5 Millionen Euro.

Aktuell wird der Verkehr am Rathenauplatz noch um die Baustelle herumgeführt.
Aktuell wird der Verkehr am Rathenauplatz noch um die Baustelle herumgeführt.  © Steffen Füssel
Ein Blick von oben in den Stauraum. Bei Starkregen wird das Wasser durch das Stahlsieb nach links in einen Kanal Richtung Elbe gedrückt.
Ein Blick von oben in den Stauraum. Bei Starkregen wird das Wasser durch das Stahlsieb nach links in einen Kanal Richtung Elbe gedrückt.  © Steffen Füssel
Mit diesem Modell erläuterten Andreas Reck (48) und Ralf Strothteicher (55) vor einem Jahr das Projekt. Nachdem das Modell mehrfach runterfiel, gibt es jetzt nur noch das Original.
Mit diesem Modell erläuterten Andreas Reck (48) und Ralf Strothteicher (55) vor einem Jahr das Projekt. Nachdem das Modell mehrfach runterfiel, gibt es jetzt nur noch das Original.  © Eric Münch

Titelfoto: Steffen Füssel

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