Fast hätte der Moscheebomber die Einheitsfeier gesprengt

Der angeklagte "Moschee-Bomber" Nino K. am 5. Februar 2018 im Landgericht Dresden.
Der angeklagte "Moschee-Bomber" Nino K. am 5. Februar 2018 im Landgericht Dresden.  © Holm Helis

Dresden - Neue Enthüllung beim Prozess gegen den Moscheebomber Nino K. (31).

Der hatte laut Anklage nicht nur Sprengsätze vor dem islamischen Gebetshaus und dem Congress Center gezündet, sondern auch mehrere Bombenattrappen platziert - im Sicherheitsbereich der damals anstehenden zentralen Einheitsfeier.

Fast wäre deswegen die komplette Veranstaltung abgeblasen worden.

14 Gurkengläser mit brisantem Inhalt hatte ein Sicherheitsmitarbeiter am 29. September 2016 unter der Marienbrücke gefunden. Die Polizei hielt sie zunächst für echte Sprengsätze: "Die Gläser waren von innen weiß gefärbt, wie bei dem Sprengsatz vorm Congress Center", erklärt Andreas Flade, Sprengstoff-Experte vom Landeskriminalamt vor Gericht.

"In den Gläsern steckten Küchen-Krepp, Alufolie und ein Batterie-Behälter verbunden mit einer blauen LED im Deckel. Außerdem ragte ein Draht wie eine Antenne aus ihnen."

Glücklicherweise entpuppten sich die Bausätze als Attrappen. Das Problem: Das Depot lag im inneren Sicherheitskreis. "Hätte jemand die Attrappen weitläufig im Sicherheitsgebiet verteilt, hätten wir jede einzelne wie einen verdächtigen Gegenstand behandeln müssen", so der Ermittler.

Ein Abbruch der Feierlichkeiten mit Gästen wie Angela Merkel (63) wäre dann kaum zu vermeiden gewesen.

Die Marienbrücke und das Gebiet auf der Altstädter Seite mussten gesperrt werden.
Die Marienbrücke und das Gebiet auf der Altstädter Seite mussten gesperrt werden.
Die Feierlichkeiten mit Gästen wie Angela Merkel (63, 2.v.li.) hätten beinahe abgebrochen erden müssen.
Die Feierlichkeiten mit Gästen wie Angela Merkel (63, 2.v.li.) hätten beinahe abgebrochen erden müssen.  © Sebastian Kahnert/dpa

Titelfoto: Holm Helis


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