Fehlende Arbeitskräfte: So will Sachsen jede Menge Fachleute "ranzaubern"

Dresden - Diese Prognose klingt für Sachsens Wirtschaft bedrohlich: Nach Einschätzung der Staatsregierung werden dem sächsischen Arbeitsmarkt in zehn Jahren rund 300.000 Facharbeiter, Handwerker und Ingenieure fehlen.

Sieht Sachsens Wirtschaft vom Fachkräftemangel bedroht: Staatssekretär Stefan Brangs (SPD).
Sieht Sachsens Wirtschaft vom Fachkräftemangel bedroht: Staatssekretär Stefan Brangs (SPD).  © Klaus Jedlicka

Mit einer neuen Fachkräftestrategie will die Politik gegensteuern. "Das Problem Fachkräftemangel betrifft alle Unternehmen", sagte Stefan Brangs, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium. Was besonders erschwerend hinzukommt: Sachsen hat heute schon den höchsten Altenquotienten in Deutschland.

Das heißt: Jedes Jahr gibt es deutlich weniger Berufseinsteiger als Arbeitnehmer, die aus dem Berufsleben aussteigen. Die Belegschaften in unseren Unternehmen werden immer älter, so Brangs.

Gemeinsam mit Handwerks- und Industriekammern, den Gewerkschaften, den Kommunen und der Arbeitsagentur will die Staatsregierung nun gegensteuern.

Das Wirtschaftsministerium stellte jetzt erste Eckpunkte der "Fachkräftestrategie 2030" vor. Ganz oben steht eine praxisnähere Berufsorientierung in den Schulen.

So soll beispielsweise in Gymnasien viel stärker für Handwerks- und Industrieberufe geworben werden. Generell wünschen sich die Experten einen intensiveren Austausch zwischen Schule und Wirtschaft.

Doch auch die Rahmenbedingungen der Arbeit müssen laut Fachkräftestrategie deutlich verbessert werden. Neben einer guten Entlohnung müssten auch flexiblere Arbeitszeitmodelle eine stärkere Rolle spielen. Dritter Ansatz des Papiers ist die bessere Integration von Zuwanderern, Behinderten und Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt.

Konkrete Vorschläge erwartet Sachsens Politik aber auch von den Bürgern. Für drei Wochen kann jeder seine Ideen auf dem Bürgerbeteiligungs-Portal der Regierung hinterlegen: buergerbeteiligung.sachsen.de

Zwei Industriemechaniker der Chemnitzer Niles-Simmons Industrieanlagen GmbH montieren ein Bearbeitungszentrum für Kurbelwellen. Neben der Industrie braucht auch das Handwerk dringend Nachwuchs.
Zwei Industriemechaniker der Chemnitzer Niles-Simmons Industrieanlagen GmbH montieren ein Bearbeitungszentrum für Kurbelwellen. Neben der Industrie braucht auch das Handwerk dringend Nachwuchs.  © DPA