Lage in Flüchtlingsheimen hat sich spürbar entspannt

Leere Flüchtlingsheime und Erstaufnameeinrichtungen in der Hamburger Straße.
Leere Flüchtlingsheime und Erstaufnameeinrichtungen in der Hamburger Straße.  © Norbert Neumann

Dresden - Noch vor einem Jahr waren die Erstaufnahme- und Flüchtlingslager in Sachsen gut gefüllt. Inzwischen hat sich die Lage entspannt. Wir wollten die aktuellsten Zahlen wissen und fragten: Was kosten Unterbringung und Leerstand?

In diesem Jahr hat Dresden insgesamt 156 neue Flüchtlinge aufgenommen (53 allein im Februar) - die meisten aus Afghanistan (35), Syrien (28), dem Irak (23) und Russland (15).

Zum Stichtag 28. Februar waren in der Landeshauptstadt damit insgesamt 4 555 Personen erfasst. 4 119 von ihnen hat Dresden in Wohnungen oder Übergangswohnheimen untergebracht.

Die meisten Flüchtlinge leben in den Ortsamtsbereichen Cotta (1 031 Personen), Prohlis (981), Plauen (648), Neustadt (441) und Altstadt (419). Die 25- bis 49-Jährigen bilden mit 2 216 Personen die größte Gruppe, gefolgt von den 18- bis 24-Jährigen (1 161 Personen). Knapp 75 Prozent sind Männer.

193 der insgesamt 1701 Plätze in Flüchtlingsheimen (angemietete Hotelkapazitäten, Mietshäuser, Neubaublöcke) stehen inzwischen leer, verrät Stadtsprecher Karl Schuricht. Zum Vergleich: Im April 2016 gab es noch 2325 Plätze. 63 Prozent der Flüchtlinge konnte Dresden in eigene Wohnungen vermitteln und ist damit führend in Deutschland.

Auch die derzeit neun Erstaufnahmeeinrichtungen des Freistaates leeren sich. „Die Unterkünfte waren mit Stand Donnerstagmorgen mit 1 238 Personen belegt“, sagt Dr. Holm Felber (58), Sprecher der zuständigen Landesdirektion in Chemnitz. Insgesamt stehen jedoch 5 192 Plätze in zwei Komplexen in Dresden, dreien in Chemnitz und je einem in Leipzig, Schneeberg, Dölzig und Grillenburg/Tharandt zur Verfügung.

Zusätzlich werden auf Anordnung von Innenminister Markus Ulbig (52, CDU) 2 400 Plätze als Sicherheitsreserve vorgehalten. Heißt: Die zentralen Erstaufnahmekapazitäten sind nur zu 16,3 Prozent gefüllt - also weniger als ein Fünftel. Die Einrichtungen verursachen dennoch Fixkosten für Strom, Wasser und (Wach-)Personal. Felber: „Zu den Kosten des Unterhalts können wir leider keine Aussagen treffen.

Dominic Heyn, Referent der Dresdner Sozialbürgermeisterin, hat dagegen eine genaue Zahl parat: „Die Personal- und Sachaufwendungen für alle Dresdner Übergangswohnheime beliefen sich im Jahr 2016 auf insgesamt 15 440 646,22 Euro.“


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