Naturschützer fordern Verzicht auf die Güterschifffahrt

Der Dresdner Alberthafen. Hier werden normalerweise Güter vom Schiff auf die Straße oder auch umgekehrt ausgeladen. Derzeit aber nicht: Das Hafenbecken führt kaum noch Wasser.
Der Dresdner Alberthafen. Hier werden normalerweise Güter vom Schiff auf die Straße oder auch umgekehrt ausgeladen. Derzeit aber nicht: Das Hafenbecken führt kaum noch Wasser.  © Holm Helis

Dresden - Sachsens Flüsse lechzen dieser Tage nach Wasser wie lange nicht mehr. Schon ist überall Grund zu sehen - vor allem in der Elbe. Leidtragende des Niedrigpegels ist die Schifffahrt. Nun haben Umweltaktivisten vom BUND eine Idee, wie es nach der Durststrecke NICHT MEHR weitergehen soll!

"Die Elbe sollte so naturbelassen wie möglich bleiben", sagt Felix Ekardt, Landesvorsitzender des BUND Sachsen. Daher fordere sein Verband, dass der Fluss nicht mehr zwingend für Güterschifffahrt fahrbar gehalten wird.

Nur die Fahrgastschifffahrt dürfe gern so weitermachen wie bisher, aber mit flacheren Booten.

Tatsächlich ist der Transport von Gütern auf Sachsens größtem Fluss zurzeit eingestellt. Das bestätigt Logistikmanager Frank Thiele von der Staats-Tochter Sächsische Binnenhäfen Oberelbe GmbH (SBO).

Aber die Touristenboote der Sächsischen Dampfschiffahrt sind noch unterwegs.

So soll es normalerweise sein: Ein Schubschiff bringt Fracht aus Tschechien über die Elbe. Geht es nach dem BUND, hört das bald für immer auf.
So soll es normalerweise sein: Ein Schubschiff bringt Fracht aus Tschechien über die Elbe. Geht es nach dem BUND, hört das bald für immer auf.  © DPA / Matthias Hiekel

Denn am Dienstagmorgen hatte der Chef des Wasser- und Schifffahrtsamtes Dresden, Klaus Kautz (56), "78 Zentimeter Wasserstand" vermeldet.

Das reicht aus.

Aber da wie dort, bei Transporteuren wie bei den Touristikern, hält man wenig von der BUND-Forderung. So sagt Kautz: "Wir haben eine Kulturlandschaft. Da gehört Schifffahrt mit dazu - und dazu wiederum das regelmäßige Ausbaggern mit Uferbefestigung." Frank Thiele von der SBO verweist auf das mit dem BUND ausgearbeitete "Gesamtkonzept Elbe" zum Fluss. "Es ist unverständlich, warum man das schon wieder ignoriert und mit irgendwelchen Forderungen ausbricht", sagt er.

Auch das sächsische Wirtschaftsministerium verweist darauf und belehrt den BUND: "Die Abwicklung von Güterfernverkehren mit dem besonders energiesparenden, umweltverträglichen und kostengünstigen Verkehrsträger Binnenschiff mindert potenzielle Klima- und Umweltwirkungen des Güterverkehrs."

Etwas moderater klingt da Robert Rausch (37), Marketingchef der Dampfer. Er bietet Gespräche mit dem BUND an. "Schließlich haben wir 180 Jahre Erfahrung mit der Elbe ..."

Das Niedrigwasser der Elbe in Dresden. Der Pegel lag gestern bei 78 Zentimetern, ein Teil des Flusses ist aber bereits trocken.
Das Niedrigwasser der Elbe in Dresden. Der Pegel lag gestern bei 78 Zentimetern, ein Teil des Flusses ist aber bereits trocken.  © Ove Landgraf

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