Möge die Macht mit ihnen sein! Dresdner Forscher wollen das Weltall aufräumen

Dresden - Sie wollen das Weltall ordentlich aufräumen! Die sechs Entwickler des Dresdner Start-ups "Morpheus Space" haben den kleinsten Satellitenantrieb der Welt entwickelt. Er ermöglicht es erstmals, winzige Nanosatelliten zu steuern und sie somit nach getaner Arbeit wieder aus dem All zu holen.

Winzig klein und doch so leistungsstark: Der Ionenstrahlantrieb, den Daniel Bock (31) und seine Mitstreiter vom Dresdner Start-up "Morpheus Space" entwickelt haben, hilft dabei, Weltraumschrott zu vermeiden.
Winzig klein und doch so leistungsstark: Der Ionenstrahlantrieb, den Daniel Bock (31) und seine Mitstreiter vom Dresdner Start-up "Morpheus Space" entwickelt haben, hilft dabei, Weltraumschrott zu vermeiden.  © Steffen Füssel

"Nanosatelliten sind im Vergleich zu großen Satelliten sehr günstig", sagt Daniel Bock (31), einer der Entwickler. "Man nutzt sie etwa, um schnell Fotos für die Landwirtschaft zu machen."

Bisher aber verblieben die kleinen Satelliten im All, wenn der Treibstoff aufgebracht war. "Sie schwirren als gefährlicher Weltraumschrott umher." Mit bis zu 30.000 Kilometer pro Stunde sind sie unkontrolliert unterwegs, treffen häufig auch auf die ISS und beschädigen die Raumstation.

Die Dresdner haben nun einen so genannten Ionenstrahlantrieb entwickelt. "Dafür benötigen wir nur ein kleines Stück Gallium, das verbrannt wird und so Energie freisetzt", sagt Bock. So hat der Nanosatellit Energie für mehrere Monate.

Mittels einer eigens entwickelten Software lässt sich ein mit diesem Antrieb ausgestatteter Satellit steuern, am Ende seiner Lebensdauer auch gezielt zum Absturz bringen. "So vermüllt der Weltall nicht noch mehr und die Satelliten verglühen in der Erdatmosphäre."

Derzeit werden die ersten Antriebe sogar schon getestet. Ein Testsatellit der Uni Würzburg ist als erster mit den Antrieben "made in Dresden" unterwegs. Gut sieben Jahre dauerte die Entwicklung, die meisten der Gründer studierten an der TU Dresden Luft- und Raumfahrttechnik.

Auf dem Mini-Satalliten "UWE-4" wird der Antrieb derzeit getestet.
Auf dem Mini-Satalliten "UWE-4" wird der Antrieb derzeit getestet.  © Uni Würzburg
Chaos im All? Jetzt wird aufgeräumt!
Chaos im All? Jetzt wird aufgeräumt!  © Imago

Titelfoto: Steffen Füssel, Imago

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