Darum wird die Frauenkirche bald zur Groß-Baustelle

Derzeit können Besucher noch einen ungehinderten Blick in die Frauenkirche werfen.
Derzeit können Besucher noch einen ungehinderten Blick in die Frauenkirche werfen.  © Holm Helis

Dresden - Baustelle Frauenkirche! Erstmals seit dem Ende des Wiederaufbaus 2005 wird ein Teil des Gotteshauses eingerüstet. Die Kirche bekommt eine dringend nötige "Salzkur".

Auch im Gebäude wird gewerkelt, dort versperren demnächst Abdeckplanen, Netze und Gerüste den Blick.

Der betagte Choranbau ist das größte Ruinenstück, das in den Wiederaufbau integriert wurde. Er ist über 270 Jahre alt, stand einst als Mahnmal im Trümmerhaufen, eher er wieder Teil der Kirche wurde. Er bedarf besonderer Pflege: Im porösen Sandstein lagerten sich Salze ab.

Damit die das Gemäuer nicht zerstören, muss nun gehandelt werden. "Wir wollen am Choranbau eine Entsalzung durchführen", erklärt Thomas Gottschlich, leitender Architekt, der die "Patientin" Frauenkirche kennt wie kaum ein anderer.

Der Blick durchs "Kuppelauge" ist im Januar erstmal versperrt. Stattdessen sind dort dann Bauplanen aufgehängt.
Der Blick durchs "Kuppelauge" ist im Januar erstmal versperrt. Stattdessen sind dort dann Bauplanen aufgehängt.  © Steffen Füssel

Bei der Kur ziehen Zellstoffkompressen mit destilliertem Wasser das Salz aus dem Stein. "Dafür müssen wir aber den gesamten Chor einrüsten", so Gottschlich.

Sprich: Das große Halbrund der Kirche verschwindet hinter Bauplanen. Die Aktion soll im Mai beginnen, dauert etwa vier Wochen.

Bereits im Januar bauen Handwerker im Hauptkuppelraum Gerüste auf. Denn in luftiger Höhe sind einige Arbeiten fällig. "Gaubenfenster putzen, Leuchtmittel austauschen, Malerarbeiten", zählt Stiftungssprecherin Grit Jandura auf.

Diese Arbeiten gehen über die üblichen Putz- und Reparaturarbeiten der obligatorischen Schließwoche (9. bis 15. Januar) hinaus. Deshalb versperren vorerst Abdeckfolien den Blick aus dem Kuppelauge ins Innere.

Und: 2017 stehen Außenkontrollen an der Frauenkirche an. "Alle fünf Jahre werden per Hubsteiger Bleche, Fugen, Steine kontrolliert", verrät Grit Jandura.

Im alten Gemäuer des Choranbaus hat sich Salz abgelagert.
Im alten Gemäuer des Choranbaus hat sich Salz abgelagert.  © Steffen Füssel

Hier könnt Ihr spenden

So soll die anstehende "Salzkur" für die Frauenkirche bezahlt werden. Per Crowdfunding werden bis zum 10. Januar die nötigen 25.000 Euro gesammelt.

Die Stiftung Frauenkirche sammelt auf dem Internetportal "99funken", auf dem regionale Projekte von jedermann gefördert werden können. Je nach Höhe des Betrages können sich die Spender eine Prämie wünschen:

So gibt es für 25 Euro eine Kirchenführung, bei 150 Euro es zwei Tickets für ein Orgelkonzert als Dankeschön. Unter www.99funken.de/frauenkirche könnt Ihr spenden.

Der betagte Choranbau der berühmten Frauenkirche soll 2017 eingerüstet werden.
Der betagte Choranbau der berühmten Frauenkirche soll 2017 eingerüstet werden.  © Steffen Füssel
Die Kuppel der Frauenkirche soll geputzt und aufgemöbelt werden. Deshalb steht hier ab Januar ein Gerüst.
Die Kuppel der Frauenkirche soll geputzt und aufgemöbelt werden. Deshalb steht hier ab Januar ein Gerüst.  © Steffen Füssel

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