Die Frauenkirche bricht aus den Fugen!

Blick von der Kanzel. Die Frauenkirche ist weltberühmt, aber auch stark pflegebedürftig.
Blick von der Kanzel. Die Frauenkirche ist weltberühmt, aber auch stark pflegebedürftig.

Von Torsten Hilscher

Dresden - Unsere Frauenkirche bekommt wieder Gerüste. Genau zehn Jahre nach der Weihe des Gotteshauses werden die Fugen neu ausgekleidet. Das ist nicht die einzige Baustelle.

„Die Fugen zwischen den dunklen alten Steinen und den hellen neuen sind alle gerissen“, sagt kein Geringerer als Eberhard Burger (72), Direktor des Wiederaufbaus.

„Dass es dort Probleme geben könnte, haben wir nicht bedacht.“ Der bisherige Mörtel werde nun durch elastisches Material ersetzt. Grit Jandura (40), Sprecherin der Stiftung Frauenkirche, bestätigt das Problem.

Frauenkirchenpfarrer Holger Treutmann (52).
Frauenkirchenpfarrer Holger Treutmann (52).

Die Kirche war von 1994 bis 2004 errichtet worden. Am 30. Oktober 2005 wurde sie geweiht. Die Baukosten beliefen sich auf 182,6 Millionen Euro. Insgesamt wurden laut Stiftung 8 400 geborgene Steine verbaut, davon 7 110 in der Außenfassade.

Pfarrer Holger Treutmann (52) sieht seine Dauerbaustelle gelassen: „Es gibt immer wieder neue Herausforderungen. Sei es nun der Einbau einer Klimaanlage in den vergangenen Jahren gewesen oder nun die Fugen. Das Bauwerk arbeitet eben. Es ist etwas sehr Lebendiges.“

Dieses Eigenleben hat seinen Preis: Eine Million Euro pro Jahr fließen in Erhaltung und Nutzung. Auch für Schäden wie im Kuppelanlauf. Dort wurde das Mauerwerk feucht. Grund: Statt der einst geschätzten 300 Besucher wollen tatsächlich bis zu 1 000 Leute pro Tag auf die Aussichtsplattform. Die Ausdünstungen der Menschen waren nicht einkalkuliert.

Doch jetzt gibt es laut Burger endlich den richtigen Putz für den Aufgang. Das gemeinsam mit der TU ausgetüftelte Gemisch könne noch in diesem Jahr aufgetragen werden

Am Kuppelaufgang musste feuchter Putz abgeschlagen werden. Hier im Bild gut zu sehen: Inzwischen ist die Wand wieder trocken, neuer Putz kann aufgebracht werden.
Am Kuppelaufgang musste feuchter Putz abgeschlagen werden. Hier im Bild gut zu sehen: Inzwischen ist die Wand wieder trocken, neuer Putz kann aufgebracht werden.

Fotos: Steffen Füssel


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