Massive Proteste vor Frauenkirche bei Einweihung von Schrott-Bussen

Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) bei der Einweihung der Schrott-Busse am Dienstag.
Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) bei der Einweihung der Schrott-Busse am Dienstag.  © Norbert Neumann

Dresden - Vor der Einweihung des umstrittenen Kunstwerkes vor der Frauenkirche in Dresden ist es zu massiven Protesten von PEGIDA-Anhängern gekommen.

Mehr als einhundert Anhänger des islam- und fremdenfeindlichen Bündnisses skandierten lautstark "Schande, Schande".

Der Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert (45, FDP), der das Denkmal des deutsch-syrischen Künstlers Manaf Halbouni einweihen wollte, wurde als "Volksverräter" beschimpft und zum Rücktritt aufgefordert.

OB Hilbert zu dem Kunstwerk: „Manchmal bedarf es ungewöhnlicher Mittel, uns das Weltgeschehen, im wörtlichen Sinne, vor Augen zu führen. Eine Barrikade aus alten Bussen, von der Zivilbevölkerung in Aleppo als Sichtschutz gegen Scharfschützen errichtet, ist solch ein ungewöhnliches Mittel.“

Immerhin: Ein kleinerer Teil der Zuhörer applaudierte den Rednern. Die Polizei sicherte die Eröffnung mit 100 Beamten ab.

Vor der Frauenkirche kam es am Dienstag zu massiven Protesten.
Vor der Frauenkirche kam es am Dienstag zu massiven Protesten.

Hilbert weiter: Das „Monument“ mache begreifbar, dass eine Übertragung der Situation für Dresden nicht vorstellbar sei.

„Niemals werden wir ermessen können, wie es sich anfühlt, auf einer mit Barrikaden gesäumten Straße entlang zu gehen, wie sie in Pressebildern aus Aleppo zu sehen ist.“

Und das Kunstwerk verdeutliche, dass die Welt zusammenrückt: „Die Ereignisse in Syrien und anderen Kriegsschauplätzen beeinflussen auch unser Leben, ob wir es wollen oder nicht“, so Hilbert. Für die Pöbler auf dem Neumarkt hatte er ebenfalls noch eine Botschaft: "Man kann immer anderer Meinung sein. Was ich nicht akzeptiere, ist dieses Rumgepöbel und Geschreie.“

Das Kunstwerk, das aus drei senkrecht aufgestellten Bussen besteht, soll an den Bürgerkrieg in Syrien erinnern und hatte in den vergangenen Tagen bereits zu heftigen Protesten geführt.

Im Netz hatte Hilbert auch Morddrohungen erhalten.

Ein Mann wird von der Polizei weggebracht.
Ein Mann wird von der Polizei weggebracht.  © Norbert Neumann
Sachsens SPD-Vorsitzender und Vize-Regierungschef Martin Dulig (42) im Gespräch mit den Bürgern.
Sachsens SPD-Vorsitzender und Vize-Regierungschef Martin Dulig (42) im Gespräch mit den Bürgern.  © Norbert Neumann
Mehr als einhundert Anhänger des islam- und fremdenfeindlichen Bündnisses waren vor der Frauenkirche.
Mehr als einhundert Anhänger des islam- und fremdenfeindlichen Bündnisses waren vor der Frauenkirche.  © Norbert Neumann
Protest vor den Schrott-Bussen.
Protest vor den Schrott-Bussen.  © Norbert Neumann
Drei sächsische Minister auf dem Weg zum Neumarkt (v.l.): Martin Dulig (Wirtschaft/Arbeit/Verkehr), Eva-Maria Stange (Wissenschaft/Kunst) und Petra Köpping (Gleichstellung/Integration).
Drei sächsische Minister auf dem Weg zum Neumarkt (v.l.): Martin Dulig (Wirtschaft/Arbeit/Verkehr), Eva-Maria Stange (Wissenschaft/Kunst) und Petra Köpping (Gleichstellung/Integration).  © Norbert Neumann

Hau-ab- und Aufhören-Rufe bei der Eröffnung:

Gegen 14.40 Uhr war die Demo beendet.
Gegen 14.40 Uhr war die Demo beendet.  © DPA

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