Braucht Sachsen wirklich ein neues "Großes Wappen"?

Dresden - Noch gar nicht im Parlament - und schon staatstragende Ideen: Die Freien Wähler Sachsen haben eine eigene Gesetzesvorlage erarbeitet. Darin geht es um nicht weniger als die Schaffung eines neuen Wappens für den Freistaat - des Großen Wappens. Die kleine Ausführung gibt es schon.

Gestalter Olaf Schumann (57) aus Dresden mit seinem Entwurf des neuen "Großen Wappens" für Sachsen.
Gestalter Olaf Schumann (57) aus Dresden mit seinem Entwurf des neuen "Großen Wappens" für Sachsen.  © Steffen Füssel

"Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern haben schon eins, warum nicht auch Sachsen?", fragt Steffen Große (51) rhetorisch. Gerade unser Land mit seiner ausgeprägten Heimatliebe könne ein Großes Staatswappen gut gebrauchen, so der Landes-Chef der Freien Wähler.

"Es geht auch um Identität. Ohne Großes Wappen sind wir kein Bundesland zweiter Klasse. Aber mit Großem Wappen sind wir ein Bundesland, das seine Geschichte zeigt und darauf stolz ist."

Für das Motiv greifen Große und seine Mitstreiter auf eine historische Vorlage zurück. Der Mix aus Alt und Neu: Im Groß-Wappen sind die alten kursächsischen Löwen von 1589 als Schildträger (wieder) drin.

Sie standen unter anderem für die Markgrafschaft Meißen. Im Wappen von 1899 waren die Löwen noch zu sehen. Erst 1990, mit der Neugründung von Sachsen, verschwanden sie.

Vorbild ist Bayern

Das bisherige "kleine" Wappen des Freistaates.
Das bisherige "kleine" Wappen des Freistaates.  © dpa/Arno Burgi

Ein zweites Staatswappen ist tatsächlich möglich, bestätigt ein Sprecher der Staatskanzlei und verweist auf das "Gesetz über das Wappen des Freistaates Sachsen vom 18. November 1991".

Darin heißt es in §1, Absatz 2: "Ein großes Staatswappen des Freistaates Sachsen kann durch besonderes Gesetz bestimmt werden."

Das bislang genutzte Kleine Wappen darf außerhalb von Amtsgeschäften nur stilisiert verwendet werden. Dem könnte ein großes abhelfen. Große & Co. stellen es sich sogar als Vermarktungshilfe für Kunsthandwerk vor, "wie es auch Bayern macht".

Es gibt bereits einen Entwurf. Er stammt von Gestalter Olaf Schumann (57) aus Dresden. "Grundsätzlich möchte ich nicht das Rad neu erfinden und ein völlig neues Wappen vorschlagen. Lediglich der Orden mit den Initialen des Königs ist meiner Meinung nach nicht mehr zeitgemäß", sagt er.

Schumann hatte sich bereits 1991 an der Wappensuche des Freistaates beteiligt.

Noch schlichter ist das Staatswappen, das etwa im Oberverwaltungsgericht in Bautzen hängt.
Noch schlichter ist das Staatswappen, das etwa im Oberverwaltungsgericht in Bautzen hängt.  © dpa/Arno Burgi
So wie das auf dem Landgerichtsgebäude soll auch das neue "Große Wappen" aussehen. Das Motto "Providentiae Memor" ("Der Vorsehung eingedenk") war der Wahlspruch der Wettiner.
So wie das auf dem Landgerichtsgebäude soll auch das neue "Große Wappen" aussehen. Das Motto "Providentiae Memor" ("Der Vorsehung eingedenk") war der Wahlspruch der Wettiner.  © dpa/Jan Woitas
Träumt von Sachsens Glanz und Gloria - wenigstens auf neuem Wappen: Freie-Wähler-Chef Steffen Große (51).
Träumt von Sachsens Glanz und Gloria - wenigstens auf neuem Wappen: Freie-Wähler-Chef Steffen Große (51).  © Holm Helis

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