Dynamo-Kicker lieben Social Media, bis auf einen

Dresden - Größer könnten die Gegensätze nicht sein. Ob aus dem Krankenbett, halbnackte Urlaubs-Schnappschüsse oder Fotos vom Familienausflug – Niklas Kreuzer und Pascal Testroet zeigen im Netz viel von ihrer privaten Seite.

Dieser Schnappschuss landete sicher auch in den sozialen Netzwerken bei Niklas Kreuzer. Im Wintercamp in Spanien schmiss ihn Aias Aosman mal kurzerhand in den Pool.
Dieser Schnappschuss landete sicher auch in den sozialen Netzwerken bei Niklas Kreuzer. Im Wintercamp in Spanien schmiss ihn Aias Aosman mal kurzerhand in den Pool.  © Lutz Hentschel

Mannschaftskollege Sören Gonther hält von der ganzen Sache nichts und meidet die sozialen Netzwerke völlig. Bei Dynamo wird sogar schon der Nachwuchs für die digitale Medienwelt geschult.

Für "Kreuz" und "Paco" geht das Selfie meist direkt vom Smartphone in die sozialen Netzwerke über. Auf Facebook, Instagram & Co. genießen deren Fans viele Einblicke ins Privatleben der Fußball-Profis.

Flügelflitzer Kreuzer kommt bei Instagram auf stolze 18.700 Abonnenten, der Angreifer dagegen "nur" auf 12.300 Follower. Dafür verbreitet Testroets Frau Michelle ihre Fotos an zusätzliche 4430 Fans.

Zahlen, mit denen Gonther gar nichts anfangen kann.

Einzig Whats-App besitzt der Dynamo-Innenverteidiger als Messenger auf seinem Handy. Mit dem Rest will er nichts zu tun haben. "Ich habe mit Social-Media nichts am Hut und das ganze Thema von Anfang an gemieden. Bei Facebook gibt es eine Seite über mich. Aber das ist eine Fanseite, die nicht von mir betrieben wird."

Auf diese Information legt Gonther besonderen Wert, da er keine Kommentare auf dieser Fanseite beantworten kann und will.

Sören Gonther (r.) hat mit den sozialen Netzwerken nichts am Hut. Er konzentriert sich lieber auf Fußball - hier gegen Duisburgs Simon Brandstetter.
Sören Gonther (r.) hat mit den sozialen Netzwerken nichts am Hut. Er konzentriert sich lieber auf Fußball - hier gegen Duisburgs Simon Brandstetter.  © Lutz Hentschel

"Ich bin niemand, der immer und überall Fotos von sich macht und die der ganzen Welt zeigen muss.

Dieses Bedürfnis habe ich nicht", meint der 31-Jährige, der nicht bei jeder Gelegenheit gleich das Smartphone zückt.

Und wenn doch mal ein schönes Motiv dabei ist, teilt er das lieber mit seiner Familie und seinen Freunden.

Gerade für den Jugendbereich ist das ein wichtiges Thema. Wer nicht täglich seinen Status bei Snapchat aktualisiert, ist "out". Die Anzahl der Follower bestimmt den Rang in der Clique. Umso wichtiger ist es, die jungen Talente in der Dynamo-Nachwuchs-Akademie auf die möglichen Folgen hinzuweisen.

Auch wenn das für Nachwuchs-Leiter Jan Seifert im Gegensatz zu seiner Zeit als Profifußballer komplettes Neuland ist, muss er sich mit dieser Thematik nun auseinandersetzen.

"Wir als direkte Ansprechpartner und natürlich auch unsere Presseabteilung wirken auf die Jungs ein. Wichtig ist, dass sie einen verantwortungsvollen Umgang mit den Sozialen Medien entwickeln. Facebook und Co. gehören heute dazu, pauschale Verbote bringen da gar nichts", so der 49-Jährige.


WhatsApp Wir bei WhatsApp: 0160 - 24 24 24 0