Wohnen statt parken! Noch mehr Garagen müssen der neuen Woba weichen

Dresden - Dresden wächst und wächst und wächst. Weil kaum noch freie innerstädtische Grundstücke auf dem Markt sind, rückten immer wieder die zu Ost-Zeiten gegründeten Garagengemeinschaften ins Visier. Jetzt ist klar: Für die neue Woba müssen fünf weitere Garagenstandorte weichen.

Stimmt der Rat den Plänen der Stadtverwaltung zu, müssen die Garagen an der Ockerwitzer Straße 23 einem Woba-Neubau weichen.
Stimmt der Rat den Plänen der Stadtverwaltung zu, müssen die Garagen an der Ockerwitzer Straße 23 einem Woba-Neubau weichen.  © Steffen Füssel

800 Wohnungen sollen in einem ersten Schritt durch die neue Woba "Wohnen in Dresden" gebaut werden. Bisher hatte die Stadt die dafür notwendigen Grundstücke noch nicht auftreiben können.

Jetzt liegt die "Grundstücksliste Paket II" mit insgesamt neun weiteren Standorten vor. Die schlechte Nachricht für einige Garagenbesitzer: Mehr als die Hälfte aller Standorte ist derzeit mit Garagen bebaut.

Konkret sollen an der Bamberger Straße, der Van-Gogh-Straße/Ecke Pillnitzer Landstraße, an der Spenerstraße, der Ockerwitzer Straße und Nöthnitzer Straße Garagen wegfallen.

In den letzten Jahren wurden bereits immer wieder Unterstellmöglichkeiten abgerissen, damit dort gebaut werden konnte. Fast immer gab es meist emotionale Proteste. Hintergrund: Die Betongaragen wurde zu Ost-Zeiten von Anwohnern meist selbst hochgezogen. Es entstanden zahlreiche funktionierende Garagengemeinschaften.

Vor allem die Linke kämpfte bisher dafür, möglichst viele Gemeinschaften zu retten und nicht einer "schnöden Privatisierung zu opfern". Einzelne Räte schwenken aber bereits um. "Mir sind Wohnungen für Menschen wichtiger als Wohnungen für Autos. Das ist für den Einzelnen bitter, der ganzen Stadt aber nicht anders zu vermitteln", so der Bauexperte der Linken, Tilo Wirtz (50).

Insgesamt haben die neun Grundstücke einen Wert von 3,8 Millionen Euro. Das letzte Wort hat erneut der Stadtrat.

Befürwortet Wohnungen für Menschen statt für Autos: Linke-Stadtrat Tilo Wirtz (50).
Befürwortet Wohnungen für Menschen statt für Autos: Linke-Stadtrat Tilo Wirtz (50).  © Steffen Füssel
Auch an der Bamberger Straße 29 sollen die Garagen weggebaggert werden.
Auch an der Bamberger Straße 29 sollen die Garagen weggebaggert werden.  © Steffen Füssel
Meist kümmern sich funktionierende Garagengemeinschaften um Ordnung und Sauberkeit.
Meist kümmern sich funktionierende Garagengemeinschaften um Ordnung und Sauberkeit.  © Steffen Füssel

Titelfoto: Steffen Füssel