Neonazis planen "Gedenkmarsch" am 15. Februar

Dresden - Offenbar planen Dresdner Neonazis ihren sogenannten Gedenkmarsch anlässlich der Bombardierung Dresdens wieder zu einem Großevent zu machen.

Neonazis marschieren durch Dresden.
Neonazis marschieren durch Dresden.

Bereits am Freitag gab Maik Müller (37), Kreisvorsitzender der Dresdner NPD und langjähriger Organisator der Aufmärsche bekannt, dass sie am 15. Februar demonstrieren wollen.

Die letzten Jahre wurde der Termin aus Angst vor Gegenprotesten immer erst wenige Tage vorher öffentlich kommuniziert.

Schon seit vergangenem Jahr mobilisieren Neonazis für ihre Demo in Dresden international, versuchten dabei aber den genauen Termin geheimzuhalten. Trotzdem kursierte schnell der 15. Februar 2020 gerüchteweise im Netz.

Schließlich verplapperte sich vergangene Woche auch noch Marco Wruck (34), Ex-NPD Chef von Bautzen, in der "Gießener Allgemeinen Zeitung", sagte dort öffentlich eine Demo ab, weil er am 15. Februar in Dresden mitlaufen wolle.

Am Freitagabend nun der offizielle Aufruf fast einen Monat vorher.

Seit Jahren mobilisieren die Neonazis nur sehr kurzfristig öffentlich, hatten sich bisher aus Vorsicht vor Gegendemonstranten zum Großteil konspirativ verabredet und waren mit nur wenigen hundert Teilnehmern oft am Stadtrand eine kurze Runde gelaufen. Allerdings wurde bereits im vergangenen Jahr wieder die Innenstadt für den Marsch gewählt, auch lag die Teilnehmerzahl die vergangenen zwei Jahre wieder im vierstelligen Bereich. Die Gegner des Aufmarschs mobilisierten zu ihren Veranstaltungen nur noch regional.

Dass die Rechtsextremen es ausgerechnet dieses Jahr offenbar wieder mit einem Großaufmarsch versuchen wollen, ist kein Zufall: Sie versuchen den 75. Jahrestag der Bombardierung Dresdens als eine Art makaberes Jubiläum zu zelebrieren, haben dafür sogar eigene Pullover herstellen lassen.

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