Hehler-Ring aufgeflogen: Tausende gefälschte DVB-Tickets im Umlauf!

Dresden - Was kommt da noch alles hoch! In Dresden ist zuletzt ein großer Fälscher-Ring aufgeflogen. Die Kriminellen betrieben dabei wohl einen florierenden Handel mit Tausenden nachgemachten DVB-Fahrkarten, zumeist wohl lukrativen Monatstickets.

Der Richter glaubte Frank L. (49) nicht ein Wort. Er verurteilte ihn wegen Hehlerei von DVB-Tickets.
Der Richter glaubte Frank L. (49) nicht ein Wort. Er verurteilte ihn wegen Hehlerei von DVB-Tickets.  © Eric Münch/Peter Schulze

Zahlreiche Anklagen gegen die Bande sind schon fertig. Am Freitag musste sich als Erster Straßenbauer Frank L. (49) wegen Hehlerei verantworten.

Er hatte gefälschte Monatskarten gekauft und für 50 Euro pro Stück bei ebay vertickt. Der offizielle Verkaufspreis war seinerzeit 60,50 Euro. Sie waren auf originalem Spezialpapier gedruckt.

"Das erkennt nur ein geschultes Auge", so der Ermittler von der Polizei. Tatsächlich waren DVB-Kontrolleuren häufig Fälschungen aufgefallen. Die Kripo wurde eingeschaltet, "Ticket"-Besitzer vernommen. "Dabei fiel oft der Name des Herrn L.", sagte der Fahnder.

Die Fälscher kamen demnach auf verschiedenen Wegen zum Originalpapier: Es wurde bei Sub-Unternehmern geklaut oder nach Automatensprengungen entwendet. "Aus so einer Rolle lassen sich bis zu 8000 Fahrscheine drucken", wusste der Beamte.

Oder aber: "Wir ermittelten einen Automaten der Deutschen Bahn, aus dem ganz legal Einzelfahrscheine gezogen wurden. Aber die Tickets wurden dann chemisch behandelt, sozusagen gewaschen. Dann neu bedruckt. Aber die Automaten-Nummer war noch drauf."

In Dresden florierte der Handel mit gefälschten Monatskarten.
In Dresden florierte der Handel mit gefälschten Monatskarten.  © Peter Schulze

Von all dem will Frank L., gegen den gar eine zweite Anklage vorliegt, nichts gewusst haben: "Ich bekam die Monatskarten in der Neustadt zufällig von einer Frau. Im Tausch gegen ein iPhone. Ich habe ein reines Gewissen."

Der Fahnder konterte: "Die Telefonauswertung ergab, dass er Rabatte für große Mengen anbot. Und ein Zeuge sagte, er bot Hunderte Karten an." Außerdem wurde bei der Hausdurchsuchung beim Straßenbauer dessen Drucker beschlagnahmt.

"Der ist immer noch beim BKA ...", so der Fahnder vielsagend. Auch der Richter glaubte dem Angeklagten mit den über zehn Vorstrafen kein Wort. Urteil: acht Monate Haft. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.

Übrigens: Der DVB entstehen durch ungültige Tickets - egal ob Schwarzfahrer oder gefälschte Tickets - bis zu vier Millionen Euro Schaden pro Jahr. "Wir schulen unsere Kontrolleure regelmäßig, um alle Fälschungen rauszufiltern", so DVB-Sprecher Falk Lösch.

Titelfoto: Eric Münch/Peter Schulze

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