Gegen Rassismus: Sonderausstellung im Hygiene-Museum

Dresden - Rassismus und Rassentrennung schienen lange Zeit ein überwundenes Thema der Vergangenheit. Doch aktuell machen sich fremdenfeindliche Strömungen wieder bemerkbar. Das Deutsche Hygiene-Museum greift jetzt das das Problem in einer Sonderausstellung auf.

Das Exponat "Muskelmann". Zur Zeit des Nationalsozialismus galt es als "entartet" und wurde deswegen beschlagnahmt.
Das Exponat "Muskelmann". Zur Zeit des Nationalsozialismus galt es als "entartet" und wurde deswegen beschlagnahmt.  © Steffen Füssel

"Rassismus ist eine Ideologie und eine soziale Struktur", sagt Susanne Wernsing (49) Kuratorin und Leiterin des Projekts.

In vier Abteilungen werden die historischen Wurzeln des Phänomens, Praktiken während der NS-Zeit ("Entartete Kunst") bis hin zum heutigen Alltags-Rassismus präsentiert.

"Wir wollen auch Personen zu Wort kommen lassen, die selbst von Rassismus betroffen sind " so Wernsing. Neben der Schau gibt es auch umfangreiches Veranstaltungsprogramm (Infos: dhmd.de).

Übrigens: In der Ausstellung, die bis Januar 2019 geht, wird auch die eigene Vergangenheit des Museums aufgearbeitet. Die Nazis (1933 bis 1945) hatten die ursprünglichen Ideen der Hygiene-Bewegung pervertiert und für ihre Vorstellung von "Rassen-Hygiene" instrumentalisiert.

"Idiot" und "Meyer": In der ersten Abteilung der Schau geht es um die Erforschung der menschlichen Unterschiede und die Rassenkonstruktion.
"Idiot" und "Meyer": In der ersten Abteilung der Schau geht es um die Erforschung der menschlichen Unterschiede und die Rassenkonstruktion.  © Steffen Füssel

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