Missbrauchs-Skandal in Dresdner Kita: Ex-Praktikant will schweigen!

Dresden - Es ist der Albtraum aller Eltern. Ihr Kind wird in der Obhut des Kindergartens missbraucht. Laut Anklage ist genau das in Dresden Striesen passiert (TAG24 berichtete). Der damalige Praktikant Alex H. (24) aus der Kita "Kinderwelt(en)" soll sich dort an vier Kindern vergangen haben. Jetzt startet der Prozess gegen ihn am Landgericht Dresden.

Der Angeklagte Alex H. (24) soll sich an vier Kindern vergangen haben.
Der Angeklagte Alex H. (24) soll sich an vier Kindern vergangen haben.  © Ove Landgraf

Die Anklage wirft dem Deutsch-Russen sexuellen Missbrauch von Kindern in sechs Fällen vor. Einen Fall davon bewerten die Juristen gar als schweren Missbrauch.

Die Mädchen, die gerade einmal sechs Jahre alt waren, sollten laut Anklage den Penis des 24-Jährigen anfassen. Ein Kind musste ihn sogar in den Mund nehmen.

Sollten sich die Vorwürfe bestätigen, drohen Alex H. bis zu zehn Jahren Haft.

Die Ermittlungen begannen, nachdem sich im Mai 2018 ein Kind seinen Eltern anvertraute. Daraufhin hat der Kita-Eigenbetrieb Anzeige gegen Alex H. erstattet und den Praktikanten sofort gefeuert. Wegen Fluchtgefahr wurde später ein Haftbefehl erlassen. Seit Ende August sitzt Alex H. in U-Haft.

Die 2. Große Strafkammer hat nun vier Prozesstage geplant, um Anfang Februar ein Urteil fällen zu können.

Unklar ist bisher, ob Alex H. sich zu den Vorwürfen äußert. Wenn nicht, ist das Gericht gezwungen, die Kinder zu hören!

Das wird zwar zum Schutz der Kleinen unter Ausschluss der Öffentlichkeit geschehen. Aber es ist eine enorme Belastung für die Kinder.

Update 10.02 Uhr: Im Openingstatement erklärt der Anwalt: Der Mandant wird schweigen. Die Ermittlungen sind unzureichend. So waren es nicht geschulte Ermittler, die bei den kindlichen Zeugen agierten und so viele Fehler gemacht hätten. Die Kinder wären zu suggestiv befragt worden, wie inzwischen ein Gutachten für ein Mädchen bestätigte. Die Verteidiger wollen nun auch die anderen Mädchen begutachten lassen, um so die Unschuld ihres Mandanten zu beweisen.

Die Kita "Kinderwelt(en)" in Dresden. Hier soll es zu mehreren Missbrauchsfällen gekommen sein. (Archivbild)
Die Kita "Kinderwelt(en)" in Dresden. Hier soll es zu mehreren Missbrauchsfällen gekommen sein. (Archivbild)  © Ove Landgraf

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