Mutter und Sohn schlitterten wegen Bankrotts vor Gericht

Dresden - Schlimm genug, wenn Handwerker Insolvenz anmelden müssen. Sorgen um Zukunft und Finanzen drücken, zahlreiche einzuhaltende Formalien bereiten schlaflose Nächte. Ein Fehler - und es ist auch noch ein Strafverfahren anhängig.

Barbara (65) und ihr Sohn Ronny L. (44) im Amtsgericht Dresden.
Barbara (65) und ihr Sohn Ronny L. (44) im Amtsgericht Dresden.  © Peter Schulze

So wie bei Maurer Ronny L. (44), der sich mit seiner Mutter Barbara L. (63) vorm Strafrichter wegen Bankrotts und Beihilfe dazu wiederfand.

Im Jahr 2005 sperrte das Finanzamt dem Maurer alle Konten. "Mit meinen Rechnungen beging jemand Betrug", so Ronny. "Weil ich anfangs verdächtig war, wurde alles gesperrt."

Der Betrieb kam ins Schleudern, Ronny meldete Insolvenz an, arbeitete aber freilich weiter.

Um zu helfen, eröffnete Mutter Barbara ein Konto, das Ronny geschäftlich nutzte.

"Das wurde auch überall angegeben", so der Junior, der nachwies, dass sogar das Finanzamt Bescheid wusste.

In allen Rechnungen wurde Barbara L. als Kontoinhaberin geführt, ebenso in der Steuererklärung oder bei Anwaltspost.

Somit nutzte Ronny das Konto nicht, um - wie vorgeworfen - Geld an Gläubigern vorbeizuschleusen.

Das Verfahren gegen die Familie wurde eingestellt.
Das Verfahren gegen die Familie wurde eingestellt.  © DPA

"Im Gegenteil. Ich habe ja von dem Konto alle Rechnungen und Raten an Gläubiger bezahlt", so der Angeklagte, der auch das mit Kontoauszügen beweisen konnte. Auch der Richter erklärte: "Das hier ist nicht der übliche Bankrott."

Aber laut Gesetz reicht schon die theoretische Möglichkeit, dass Gläubiger nicht aufs Konto des Schuldners zugreifen könnten, um sich strafbar zu machen.

Sprich: Jeder Gläubiger wäre bei einer Pfändung daran gescheitert, dass es sich eben um ein Konto der Mutter und nicht um ein Konto des Handwerkers handelt.

Dennoch: Wegen geringer Schuld stellte der Richter das Verfahren gegen die Familie ein.

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