Diese Schmuckverkäuferin klaute im eigenen Laden

Die 54-jährige Simone M. musste sich vor dem Gericht wegen Untreue und Betrug verantworten.
Die 54-jährige Simone M. musste sich vor dem Gericht wegen Untreue und Betrug verantworten.

Von Steffi Suhr

Dresden - Aus Geldmangel wurde Simone M. (54) zur diebischen Elster. Die Verkäuferin arbeitete schließlich an der Quelle: Ein Schmuck-Geschäft im Elbepark. Montag saß die dreifache Mutter wegen Untreue und Betrug vor Gericht.

Kauften Kunden bei Simone M. Ringe oder Uhren, rechnete sie die Einnahme nicht in der Kasse ab, sondern steckte sich das Geld in die eigene Tasche. Um die Käufer zu überreden, bar zu zahlen, gewährte sie großzügige Rabatte. Eine Uhr klaute sie aus der Auslage und versetzte diese für 250 Euro im Pfandhaus.

Als der Schwindel nach sechs Monaten endlich aufflog, hatte die bisher unbescholtene Verkäuferin einen Schaden von 8000 Euro angerichtet.

„Meine Mandantin räumt alle Vorwürfe vollumfänglich ein“, erklärte Verteidiger Carsten Brunzel für die schluchzende Simone M. Ihr war der Prozess sichtlich peinlich. Fast 15000 Euro Schulden, ein schwer kranker Ehemann und drei Kinder, die studieren wollten - Sorgen und Probleme blieben an ihr hängen. Als das Geld nicht mehr reichte, geriet Simone M. auf die schiefe Bahn.

„Aber die Taten wurden der Angeklagten auch sehr leicht gemacht“, konstatierte die Richterin. „Man sollte doch meinen, dass bei den hohen Geldbeträgen, die Bücher gründlicher kontrolliert und Unregelmäßigkeiten eher bemerkt werden.“

Simone M. wurde zu 18 Monaten Haft verurteilt. Die Strafe wurde aber zur Bewährung ausgesetzt. Allerdings nimmt das betrogene Schmuckgeschäft sie noch in Regress.

Fotos: Ove Landgraf


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