Im Benz mit Handy am Ohr: Honorarkonsul von der Polizei gestoppt

Dresden - Er ist Notar, Hausherr der berühmten Dinglinger-Villa samt Weinhang und Honorarkonsul der Republik Korea. Doch im Straßenverkehr ist Christoph H. (65) ein Autofahrer wie alle anderen. Und so setzte es eine Anzeige, als er mit Handy am Steuer seines Benz erwischt wurde.

Honorarkonsul Christoph H. (65) kämpft bei Gericht gegen ein Knöllchen.
Honorarkonsul Christoph H. (65) kämpft bei Gericht gegen ein Knöllchen.  © Ove Landgraf

"Wir sind der Ansicht, dass der Sachverhalt nicht so gewesen ist, wie er vorgetragen wurde", so der Anwalt des Notars im Prozess am Amtsgericht.

Also hörte der Richter einen Polizisten, der mit Kollegen im Juni 2017 an der Bautzner Straße/Ecke Fischhausstraße den Verkehr kontrollierte und Christoph H. rauswinkte: "Er sagte, er hätte mit seiner Kanzlei telefoniert, weil er dort seine Papiere hatte liegen lassen. Er hätte es eilig, müsste zu einen Termin", so der Kommissar. "Und er sagte, er sei als Honorarkonsul nicht belangbar."

Die Beamten fragten in der Staatskanzlei nach. Und siehe: Der diplomatische Schutz gilt für einen Honorarkonsul nicht im Straßenverkehr. "Also schrieben wir die Anzeige", so der Polizist, der auch erklärte, dass die "Handyfahrt" auf einem Video zu sehen sei.

Das will der Richter nun unbedingt sehen. Bis dahin ist der Prozess vorerst ausgesetzt. Urteil folgt.