In Toilettenvorraum totgeprügelt: Warum musste Geza (61) sterben?

Dresden - Tod in der Huschhalle. Geza L. (†61) hatte keine Chance, als Kenny P. (36) in der Trinkerhalle an der Kesselsdorfer Straße auf den Ungarn losging. Gestern begann der Prozess gegen den Klempner wegen Totschlags.

Kenny P. (36) soll das Opfer zu Tode getreten haben.
Kenny P. (36) soll das Opfer zu Tode getreten haben.  © Ove Landgraf

Laut Anklage ließ Kenny P. nachts im August 2017 seiner "Aggression freien Lauf". Immer wieder schlug und trat er er im Vorraum zur Toilette auf Geza ein, auch als der schon wehrlos am Boden lag.

Erst als ein Kellner dazukam, hörte Kenny auf. Das Opfer starb noch in der Nacht. Seither sitzt Kenny, der seit Januar Vater ist, in U-Haft.

Zu Tat und Motiv schweigt der Angeklagte. Aber Kenny sprach aus seinem Leben: Seit Jahren hielt er sich mit Gelegenheitsjobs am Bau über Wasser. Bezog zusätzlich Hartz IV. "Davon habe ich Drogen bezahlt." Den Alkohol, den er täglich brauchte, habe er oft geklaut.

"Mein Problem im Job war, dass ich früh nicht pünktlich erschien", so der Klempner. Kein Wunder: Ab Mittag trank er Jack Daniels, Bier und Pfeffi, konsumierte reichlich Crystal. "Wenn ich dann drauf war, ließ ich mir nichts sagen." Urteil folgt.

Tatort Huschhalle. Immer wieder rückt die Polizei zur Trinkerhalle aus. Im September 2017 starb hier der Ungar Geza L. (61).
Tatort Huschhalle. Immer wieder rückt die Polizei zur Trinkerhalle aus. Im September 2017 starb hier der Ungar Geza L. (61).  © Ove Landgraf

Titelfoto: Ove Landgraf


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