Weil er in der Kneipe gebraucht wird: Todesfahrer will nicht in den Knast

Dresden - Der sinnlose Tod von Krankenpflegerin Aline D. († 20) bleibt ein Fall für die Justiz. Nico P. (43) kämpft sich durch alle Instanzen, um nicht in den Knast zu müssen. Der Koch, der im Suff den Unfall verursachte, legte jetzt Revision beim Oberlandesgericht (OLG) ein.

Aline D. († 20) hatte bei dem Unfall keine Chance. Sie war sofort tot.
Aline D. († 20) hatte bei dem Unfall keine Chance. Sie war sofort tot.  © privat

"Ich übernehme die volle Verantwortung für den Tod ihrer Tochter", hatte der Kneiper den Angehörigen im Prozess gesagt. Dafür in den Knast will er aber nicht.

Rückblick: Im Oktober 2018 fuhr er mit 1,2 Promille von der elterlichen Kneipe in Dohna heim, überholte bei Lohmen trotz Verbots mit über 100 km/h.

Aline, die im Mazda entgegenkam, hatte keine Chance. Ihr Wagen wurde völlig zerstört, die junge Frau war sofort tot. Der Raser überlebte leicht verletzt.

Im Amtsgericht Pirna hatte er trotz Geständnis und Reue zwei Jahre und drei Monate Haft kassiert. Nico ging in Berufung, bat am Landgericht um Milde.

Auch, weil seine Eltern angeblich wegen des Fachkräftemangels keinen Ersatz für ihn in der Kneipe hätte. Doch auch die Richterin ließ ihn abblitzen (TAG24 berichtete), bestätigte das Urteil "wegen der Verteidigung der Rechtsordnung". Nun zog Nico P. vor das OLG. Wann die Richter entscheiden, ist noch unklar.

Der völlig zertrümmerte Mazda der Krankenpflegerin am Unfallort.
Der völlig zertrümmerte Mazda der Krankenpflegerin am Unfallort.  © Marko Förster
Koch Nico P. (43) will nicht in den Knast. Er will am BGH ein milderes Urteil erkämpfen.
Koch Nico P. (43) will nicht in den Knast. Er will am BGH ein milderes Urteil erkämpfen.  © Steffen Füssel

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