Viren-Skandal! Jahrelang wurde Abwasser belastet

Pharmakonzern GlaxoSmithKline leitete mit Grippe-Viren belastetes Abwasser aus der Impfstoffproduktion direkt ins Abwasser.
Pharmakonzern GlaxoSmithKline leitete mit Grippe-Viren belastetes Abwasser aus der Impfstoffproduktion direkt ins Abwasser.  © DPA

Dresden - Abwasser-Skandal beim Pharmakonzern GlaxoSmithKline in Dresden: Der Konzern leitete über Jahre mit Grippe-Viren belastetes Abwasser aus der Impfstoffproduktion direkt ins Abwasser.

Nach Unternehmensangaben seien zwischen 2001 und 2003 zwei Abwasserleitungen zweier Räume falsch angeschlossen gewesen und Prozessabwasser nicht gereinigt abgeleitet worden. In den betreffenden Räumen werden virenaktive Geräte und Behälter gereinigt.

Der Fehler wurde erst am 7. Juli 2017 entdeckt und behoben. Der Konzern informierte im Anschluss das Dresdner Umweltamt und das Gesundheitsamt über den fehlerhaften Anschluss.

Laut Einschätzung des Umweltamtes habe keine akute Gefahr für die Stadt bestanden. „Nach Einschätzung des Gesundheitsamtes bestand für die Bevölkerung von Dresden, auch für die unmittelbare Nachbarschaft des Unternehmens keine Gefahr sich mit den Influenza-Viren aus dem Abwasser anzustecken“, so Pressesprecher Kai Schulz. Weitere Untersuchungen hätten ergeben, dass es keine erhöhte Aktivität von im Werk genutzten Viren in Dresden gibt.

Das Sächsische Ministerium für Umwelt und Landwirtschaft sieht in einer Einschätzung eine Gefährdung der Umwelt als sehr unwahrscheinlich, schloss sie aber nicht aus.

Das GSK-Werk machte keine konkreten Angaben zu Abwassermengen oder konkreten Stoffen, die unbehandelt entsorgt wurden, schrieb nur von Prozesswasser.

„GSK bedauert, dass es zu diesem Vorfall gekommen ist und hat sichergestellt, dass ein solcher Vorfall in Zukunft ausgeschlossen wird“, teilte Firmensprecher Markus Hardenbicker mit. Das Dresdner Werk sei eines der modernsten weltweit und erfülle höchste Sicherheits- und Qualitätsansprüche, so der Sprecher.


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