Chip, Chip, hurra! Globalfoundries macht jetzt von Dresden aus Autos flott

Dresden - Neues Standbein bei Globalfoundries (GF): Der Dresdner Chipriese produziert ab sofort auch Chips für die Automobilindustrie. Der Chipfertiger hofft auf viele Aufträge von deutschen und europäischen Autoherstellern.

Das Dresdner Globalfoundries-Werk nahe des Flughafens mit 50.000 Quadratmetern an Reinräumen.
Das Dresdner Globalfoundries-Werk nahe des Flughafens mit 50.000 Quadratmetern an Reinräumen.  © Steffen Füssel

Immer mehr Chips werden in Autos verbaut, etwa für Parkassistenten oder Verkehrsschildererkennung. "Vielen ist nicht klar, dass Autos in Zukunft Computer auf Rädern sind", so GF-Automobil-Experte Mark Granger (46). Auf diesem Wachstumsmarkt will Globalfoundries vorne mitspielen.

Erster Schritt ist die Zertifizierung für die Chipherstellung im Automobilbereich. Das Okay gab es jetzt vom TÜV Süd - ohne geht es nicht. Erlaubt ist demnach nur eine Abweichung pro einer Million produzierter Teile! "Wir gehen davon aus, dass Chips aus dem Dresdner Globalfoundries-Werk in einem Jahr auf Straßen in aller Welt rollen werden", so GF-Manager Oliver Aubel (45). Das Werk wird dafür intern umgeplant.

Zu den ersten Produkten sollen GPS-Sensoren und Chips für die Video-Übertragung zählen. Die Herausforderungen sind enorm, denn Chips für Autos müssen viel stärker Hitze und Kälte, aber auch Feuchtigkeit und Dreck standhalten. Hergestellt werden jedoch auch weiter Chips für Smartphones und Computer. Doch der Absatz in diesem stark schwankenden Markt stagniert. Der beständigere Automobilmarkt stabilisiere das Dresdner Werk.

Ob schon Kunden angebissen haben, wurde nicht verraten. Ebenso wenig, wie viel in die Neuausrichtung investiert wird. Nur so viel: Seit 1996 wurden zwölf Milliarden Dollar ins Werk gesteckt. Mit 3 500 Mitarbeitern aus 50 Nationen ist GF der größte private Arbeitgeber in Dresden.

Mikrotechnologin-Azubi Lisa Marie Eisner zeigt einen Testwafer. 3500 Menschen arbeiten hier.
Mikrotechnologin-Azubi Lisa Marie Eisner zeigt einen Testwafer. 3500 Menschen arbeiten hier.  © Steffen Füssel
Oliver Aubel (45) ist im Dresdner Werk verantwortlich für das Thema "Automotive".
Oliver Aubel (45) ist im Dresdner Werk verantwortlich für das Thema "Automotive".  © Steffen Füssel
Mark Granger (46) ist GF-Vizepräsident für Automobilthemen.
Mark Granger (46) ist GF-Vizepräsident für Automobilthemen.  © Steffen Füssel
Zukunftsvision vor dem Dresdner GF-Werk: Ein i8 von BMW. Noch gibt es keine Autos mit GF-Chips aus Dresden.
Zukunftsvision vor dem Dresdner GF-Werk: Ein i8 von BMW. Noch gibt es keine Autos mit GF-Chips aus Dresden.  © Steffen Füssel

Titelfoto: Steffen Füssel