Grippewelle! Selbst zur Ermittlung des Krankenstandes fehlt Personal

Dresden - Die Behörden dachten schon vor zwei Wochen, der Gipfel sei erreicht. Doch die Grippewelle wütet weiter: 16.985 Sachsen sind seit Oktober schon erkrankt - so viele wie noch nie seit Einführung des Infektionsschutzgesetzes 2001.

We­gen des ho­hen Kran­ken­stands wer­den Dresd­ner im Bür­ger­bü­ro Alt­stadt "bis auf Wei­te­res" nur be­dient, wenn sie sich vor­ab ei­nen Ter­min be­sor­gen.
We­gen des ho­hen Kran­ken­stands wer­den Dresd­ner im Bür­ger­bü­ro Alt­stadt "bis auf Wei­te­res" nur be­dient, wenn sie sich vor­ab ei­nen Ter­min be­sor­gen.  © Amac Garbe

Unter den 19 Toten auch zwei Menschen aus Dresden. Jetzt hat der Influenza-Virus auch das Rathaus erwischt, mit Folgen für die Dresdner.

6 500 Mitarbeiter arbeiten in der Dresdner Stadtverwaltung. Sprecher Karl Schuricht (58) antwortete TAG24 zunächst noch, dass es bei der Stadtverwaltung "nach außen keine Einschränkungen wegen der Grippewelle gibt, auch wenn natürlich hier ebenfalls Erkrankungsfälle vorliegen".

Stunden später verkündete das Rathaus, dass "wegen hohen Krankenstands" ab dem heutigen Montag im wichtigsten Bürgerbüro Altstadt "bis auf Weiteres Vorsprachen nur noch mit Termin möglich" sind. Wer keinen hat, kann sich den Besuch also sparen.

Schon vergangene Woche häuften sich dafür die Grippe-Symptome im Rathaus.

Bei der wichtigen Pressekonferenz zum Thema Dresdner Brücken fehlte Dresdens oberster Brückenbauer, Straßenbauamts-Chef Reinhard Koettnitz (62) - er lag mit Grippe im Bett.

Bau­bür­ger­meis­ter Raoul Schmidt-La­mon­tain (41, Grü­ne) hielt schon Ab­stand: Nach der Ver­an­stal­tung mel­de­te sich Ko­ett­nitz-Ver­tre­ter An­dre­as Gru­ner (31, links) eben­falls krank.
Bau­bür­ger­meis­ter Raoul Schmidt-La­mon­tain (41, Grü­ne) hielt schon Ab­stand: Nach der Ver­an­stal­tung mel­de­te sich Ko­ett­nitz-Ver­tre­ter An­dre­as Gru­ner (31, links) eben­falls krank.  © Amac Garbe

Sein Abteilungsleiter, der ihn vertrat, kam schon sichtlich angeschlagen - und meldete sich direkt danach ebenfalls in den Krankenstand ab.

Offiziell rechnet das Rathaus mit einem erhöhten Krankenstand in diesem Jahr, auch sei die Grippewelle "spürbar im Arbeitsalltag", so Sprecher Schuricht.

Doch wie viele Kranke es eigentlich gibt, könne man nicht sagen: "Für die genaue Feststellung der Zahl der Erkrankten sind aufwendige Rechnerläufe nötig, die außerdem personal - und zeitaufwendig sind - das ist zurzeit nicht möglich ..."

Auch die Dresdner Polizeidirektion ist betroffen. Dort sind von 2 675 Mitarbeitern derzeit 304 krank, also fast jeder Achte.

Polizeisprecher Stefan Grohme (37) versichert aber: "Zu Einschränkungen im Dienstbetrieb führt dies nicht."

Stra­ßen­bau­amts-Chef Rein­hard Ko­ett­nitz (62) ist ei­ner von vie­len Grip­pe-Kran­ken in der Stadt­ver­wal­tung.
Stra­ßen­bau­amts-Chef Rein­hard Ko­ett­nitz (62) ist ei­ner von vie­len Grip­pe-Kran­ken in der Stadt­ver­wal­tung.  © Thomas Türpe
Auch im Dresd­ner Rat­haus herrscht Per­so­nal-Not­stand we­gen der Grip­pe­wel­le.
Auch im Dresd­ner Rat­haus herrscht Per­so­nal-Not­stand we­gen der Grip­pe­wel­le.  © Amac Garbe
Ein neu­er Vi­rus (B-Er­re­ger der Yama­ga­ta-Li­nie) in­fi­ziert so­gar ge­impf­te Men­schen.
Ein neu­er Vi­rus (B-Er­re­ger der Yama­ga­ta-Li­nie) in­fi­ziert so­gar ge­impf­te Men­schen.  © 123RF

Titelfoto: Amac Garbe, 123RF


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