Neue Fotos zum Juwelen-Raub: Hier fahren die Einbrecher zum Grünen Gewölbe

Dresden - Am 25. November gelang offenbar vier Tatverdächtigen der spektakuläre Juwelen-Diebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden.

Das ist der Audi A6, den die Diebe später in einer Tiefgarage in Brand setzten.
Das ist der Audi A6, den die Diebe später in einer Tiefgarage in Brand setzten.  © PD Dresden

Nun hat die Staatsanwaltschaft am Mittwoch ein Foto des Fluchtautos veröffentlicht.

Offenbar stammt das Bild von einer Überwachungskamera am Ballhaus Watzke in Pieschen. Was extrem auffällt: Dass das Auto in Richtung Stadt fährt. Also gut möglich, dass die Aufnahme vor der Tat entstanden ist.

Das würde bedeuten, dass die Diebe mit dem Auto zunächst zum Grünen Gewölbe fuhren, dort den Diebstahl vollzogen und mit dem gleichen Wagen zurück nach Pieschen fuhren, wo sie in einer Tiefgarage den Wagen anzündeten.

"Die Ermittler konnten zwischenzeitlich von einer Überwachungskamera ein Foto des Fluchtfahrzeugs sichern. Die Täter hatten dieses bei ihrer Flucht zunächst genutzt und später in einer Tiefgarage an der Kötzschenbroder Straße in Brand gesetzt. Bei dem Fahrzeug handelt es sich um einen hellen Audi A6 (Baujahr 2006) mit dunklem Dach", heißt es in einer Mitteilung der Polizei.

Die Beamten fragen in diesem Zusammenhang: Wem ist ein solches Fahrzeug am Tattag oder davor aufgefallen?

Da die Ermittler davon ausgehen, dass die Täter die Tat lange Zeit geplant haben und für den Raub auch die Örtlichkeiten rund um das Grüne Gewölbe lange Zeit ausgespäht haben, rufen sie dazu auf, dass Menschen, die sich zwischen dem 1. Oktober und dem 25. November innerhalb oder außerhalb des Grünen Gewölbes und in der näheren Umgebung aufgehalten haben, Fotoaufnahmen zur Verfügung stellen sollen. Vor allem an Touristen ist dieser Aufruf gerichtet.

Grünes Gewölbe Dresden: Am Mittwoch läuft der Juwelen-Diebstahl bei "Aktenzeichen XY... ungelöst"

An dieser Ecke der Leipziger Straße/Kötzschenbroder Straße ist die Aufnahme entstanden.
An dieser Ecke der Leipziger Straße/Kötzschenbroder Straße ist die Aufnahme entstanden.  © Screenshot/Google Street View

Hinweise für die Sonderkommission "Epaulette" können über das Hinweisportal oder telefonisch bei der Polizeidirektion Dresden unter 03514832233 gegen werden.

Zudem fahnden die Ermittler nach dem Fahrer oder der Fahrerin eines schwarzen Transporters, der kurz vor der Tat auf der Sophienstraße unterwegs war.

"Schließlich wird die Fahrerin oder der Fahrer eines schwarzen Transporters, der kurz vor der Tat am 25. November 2019 auf der Sophienstraße unterwegs war, gebeten, sich bei der Polizei zu melden. Es könnte sich um einen wichtigen Zeugen handeln", heißt es in der Mitteilung weiter.

Am Mittwoch um 20.15 Uhr ist der Diebstahl zudem Thema im ZDF bei der Sendung "Aktenzeichen XY... ungelöst". Auch davon erhoffen sich die Ermittler neue Hinweise.

Juwelen-Diebstahl im Grünen Gewölbe in Dresden am 25. November 2019

Durch dieses Fenster brachen die Diebe ein.
Durch dieses Fenster brachen die Diebe ein.  © TAG24

Am 25. November stiegen die Kunsträuber kurz vor 5 Uhr durch ein Fenster im Erdgeschoss ein.

Durchtrennten das Fenstergitter, bogen es auf, zerschlugen die Scheibe, stiegen ein, eilten ein paar Räume weiter ins Juwelenzimmer, zertrümmerten dort das Sicherheitsglas der Vitrine und flüchteten offenbar über den gleichen Weg. Sie waren schnell, ihr Einbruch geplant.

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So berichtete TAG24 von dem Juwelen-Raub im Grünen Gewölbe:

Der Einbruch ins Grüne Gewölbe

Minutenprotokoll des Juwelen-Raubes

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"Es waren zwei Täter im Gebäude selbst, zwei weitere hielten sich außerhalb auf", sagt Olaf Richter (51), Leiter der 20-köpfigen Soko "Epaulette". Das Quartett floh nach dem Einbruch mit dem Audi bis zu der Tiefgarage in der Kötzschenbroder Straße, wo er in Brand gesetzt wurde. Auch diesen Ort bewertet der Ermittler als vorab geplant:

"Ein Fahrzeugbrand auf offener Straße wird schnell bemerkt und gelöscht", so Richter. "Das Ziel war hier aber offenbar sämtliche Spuren zu zerstören."

Bei dem Audi A6 handelte es sich um einen weißen Kombi, der bereits 2017 in Sachsen-Anhalt abgemeldet wurde, der vorherige Besitzer gilt als unverdächtig. Das Kennzeichen konnte die Polizei noch nicht auswerten.

"Es werden derzeit Kameras auf dem möglichen Fluchtweg ausgewertet", sagt der Soko Chef, der auch das Dezernat 2 für Einbruch leitet. Nun haben diese Auswertungen zu ersten Ergebnisse geführt.

Zuvor hatten die Täter einen Verteilerkasten an der Augustusbrücke in Brand gesteckt, um die Stromversorgung rund um den Theaterplatz außer Kraft zu setzen.

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