Kommentar zum Dresdner Millionen-Raub: Viele offene Fragen!

Von Gerhard Jakob*

Der Schock über den Kunstraub im Schloss war der Generaldirektorin Ackermann und "Schlossherr" Syndram am gestrigen Montag sichtlich ins Gesicht geschrieben. Sicherlich einerseits des ungeheuren Verlustes wegen.

Aber ganz sicher auch deswegen, weil es den Ganoven gelungen ist, alle Sicherheitseinrichtungen scheinbar ohne allzu große Mühen zu überwinden.

Durch dieses Fenster brachen die Diebe ein.
Durch dieses Fenster brachen die Diebe ein.  © TAG24

Sie stemmten ein Loch ins historische Außengitter, schlugen die Fensterscheibe ein, durchquerten das halbe Grüne Gewölbe bis ins Juwelenzimmer.

Hilflos mussten dann die Wachleute auf ihren Bildschirmen mit ansehen, wie einer der Ganoven das Sicherheitsglas der Vitrine mit wenigen wuchtigen Schlägen zertrümmerte. Sieht so Sicherheit a la "Fort Knox" aus?

Nein, hundertprozentige Sicherheit gibt es nicht. Aber auf kritische Fragen, wie es um die Vorkehrungen im Schloss wirklich bestellt ist, werden sich die Verantwortlichen einstellen müssen.

Wieso schrillte nicht schon der Alarm, als das Außenfenster geknackt wurde? Wieso gab es offenbar keine Direkt-Alarmierung der Polizei? Wieso kann "Sicherheitsglas" scheinbar so mühelos zertrümmert werden? All das wird aufzuklären sein.

Zunächst aber geht es darum, noch Schlimmeres zu verhindern.

Wenn die Ganoven noch einen Funken Respekt vor Kultur haben, verzichten sie darauf, die geraubten Pretiosen auseinanderzureißen oder gar umschleifen zu lassen.

Vielleicht rücken sie ja ihre Beute gegen ein "Lösegeld" wieder heraus. Keine schöne Vorstellung, Ganoven auf diese Art auch noch zu belohnen. Aber der viel größere immaterielle Schaden ließe sich so wenigstens in Grenzen halten.

*Lokalchef der Dresdner Morgenpost

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