Einbruch in Grünes Gewölbe: Polizei stellt exakt eine Woche später die Tat nach!

Dresden - Es war der gleiche Tag, die gleiche Zeit, ähnliche Bedingungen: Staatsanwaltschaft und Polizei haben in den düsteren Morgenstunden des Montags den Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden nachgestellt.

Die Polizei am Tattag vor dem Dresdner Schloss, wo der spektakuläre Juwelen-Raub im Grünen Gewölbe geschah.
Die Polizei am Tattag vor dem Dresdner Schloss, wo der spektakuläre Juwelen-Raub im Grünen Gewölbe geschah.  © Getty Images/Jens Schlueter

"Zur gleichen Uhrzeit wie am Tattag überwanden Fahnder die äußere Sicherung, um bis an das Fenster zu gelangen. Gleichzeitig prüften Staatsanwaltschaft und Polizei die Abläufe in der Sicherheitszentrale sowie die technischen Abläufe innerhalb des Museums bei dem nachgestellten Einbruch", heißt es am Dienstag in einer Mitteilung der Polizeidirektion Dresden.

Die Hochschule Mittweida half den Beamten und Ermittlern bei der Nachstellung des Einbruchs. "Experten sollen insbesondere das umfangreiche Videomaterial analysieren und durch technische Lösungen dessen Qualität verbessern. Davon erhoffen sich die Ermittler neue Fahndungsansätze", so die Polizei weiter.

Seitdem der Fall in "Kripo live" am 1. Dezember im Fernsehen ausgestrahlt wurde, sind bislang 516 Hinweise zum Millionen-Coup bei den Beamten eingegangen.

Polizei und Staatsanwaltschaft hatten bereits vergangene Woche ein Kopfgeld von einer halben Million Euro für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, ausgelobt.

Juwelen-Raub im Grünen Gewölbe: Ermittler halten sich bedeckt, noch keine Tatverdächtigen im Visier

Bilder der Überwachungskamera zeigen, wie einer der Täter mit einer Axt auf die Vitrine einschlägt.
Bilder der Überwachungskamera zeigen, wie einer der Täter mit einer Axt auf die Vitrine einschlägt.  © Polizeidirektion Dresden

Allein 160 Hinweise sind bis jetzt über das geschaltete Hinweisportal eingegangen.

"Neue Hinweise können mitunter eine sehr schnelle Reaktion der Ermittler erfordern. Plötzliche Exekutivmaßnahmen wie Durchsuchungen und Vernehmungen sind daher jederzeit möglich. Die Ermittlungen sind allerdings inzwischen in einem Stadium, dass die Veröffentlichung einzelner Ermittlungsmaßnahmen den Erfolg des gesamten Verfahrens gefährden könnte", sagen der Leitende Oberstaatsanwalt Klaus Rövekamp und der Polizeipräsident Jörg Kubiessa.

Genau aus diesem Grund sind exakte Angaben zu bereits stattgefundenen oder noch folgenden Vernehmungen oder Durchsuchungen nicht möglich.

Einen oder mehrere Tatverdächtige haben die Ermittler bislang noch nicht im Visier. Sie tappen aktuell also noch ein wenig im Dunkeln. "Die Ermittlungen dauern an und werden noch einige Zeit in Anspruch nehmen", sagen Rövekamp und Kubiessa.

Juwelen-Raub im Grünen Gewölbe in Dresden am 25. November 2019

Das Fluchtauto, ein Audi A6, zündeten die Täter in einer Tiefgarage in der Kötzschenbrodaer Straße an und flüchteten mit einem anderen Fahrzeug.
Das Fluchtauto, ein Audi A6, zündeten die Täter in einer Tiefgarage in der Kötzschenbrodaer Straße an und flüchteten mit einem anderen Fahrzeug.  © Tino Plunert

Am 25. November stiegen die Kunsträuber kurz vor 5 Uhr durch ein Fenster im Erdgeschoss ein.

Durchtrennten das Fenstergitter, bogen es auf, zerschlugen die Scheibe, stiegen ein, eilten ein paar Räume weiter ins Juwelenzimmer, zertrümmerten dort das Sicherheitsglas der Vitrine und flüchteten offenbar über den gleichen Weg. Sie waren schnell, ihr Einbruch geplant.

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So berichtete TAG24 von dem Juwelen-Raub im Grünen Gewölbe:

  • Der Einbruch ins Grüne Gewölbe
  • Minutenprotokoll des Juwelen-Raubes

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    "Es waren zwei Täter im Gebäude selbst, zwei weitere hielten sich außerhalb auf", sagt Olaf Richter (51), Leiter der 20-köpfigen Soko "Epaulette". Das Quartett floh nach dem Einbruch mit dem Audi bis zu der Tiefgarage in der Kötzschenbroder Straße, wo er in Brand gesetzt wurde. Auch diesen Ort bewertet der Ermittler als vorab geplant:

    "Ein Fahrzeugbrand auf offener Straße wird schnell bemerkt und gelöscht", so Richter. "Das Ziel war hier aber offenbar sämtliche Spuren zu zerstören."

    Bei dem Audi A6 handelte es sich um einen weißen Kombi, der bereits 2017 in Sachsen-Anhalt abgemeldet wurde, der vorherige Besitzer gilt als unverdächtig. Das Kennzeichen konnte die Polizei noch nicht auswerten.

    "Es werden derzeit Kameras auf dem möglichen Fluchtweg ausgewertet", sagt der Soko Chef, der auch das Dezernat 2 für Einbruch leitet.

    Zuvor hatten die Täter einen Verteilerkasten an der Augustusbrücke in Brand gesteckt, um die Stromversorgung rund um den Theaterplatz außer Kraft zu setzen.

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