Häftlinge aus Abschiebeknast geflüchtet: Jetzt wird die Mauer umgebaut

Dresden - Von den drei Flüchtlingen (20, 24, 29), die am Wochenende aus dem Abschiebeknast an der Hamburger Straße geflüchtet sind (TAG24 berichtete), fehlt weiter jede Spur. Die Landesdirektion führt bauliche Mängel als Grund für ihr Entwischen an.

Aus diesem Abschiebeknast flüchteten die drei Männer (20, 24, 29).
Aus diesem Abschiebeknast flüchteten die drei Männer (20, 24, 29).  © Holm Helis

Zu viert spielten die beiden Tunesier, der Marokkaner und ein Vietnamese Fußball. Plötzlich sprangen die drei Afrikaner den Stahlzaun (fünf Meter) hoch, die außerdem über einen Überstiegschutz verfügt, rannten durch den Kontrollgang (der gerade nicht bewacht war) und sprangen über den drei Meter hohen Außenzaun (ohne Überstiegschutz) in die Freiheit.

Die beiden externen unbewaffneten Wachleute, die den Platz durch einen Zaun beobachteten, konnten selbst nicht so schnell folgen, da sie Schleusen überwinden müssen. "Damit haben wir nicht gerechnet, dass das möglich ist", so Walter Bürkel (59), Vizepräsident der Landesdirektion.

Dass die externen Wachmänner oder die weiteren sieben Diensthabenden Fehler gemacht haben, lehnt er ab. Denn auch Alarm war sofort ausgelöst worden. "Das ist eine bauliche Schwachstelle."

Als Sofortmaßnahme sind jetzt zwei weitere externe Wachmänner dauerhaft im Kontrollgang zwischen den Zäunen stationiert. "Das SIB wird bauliche Veränderungen planen, damit das nicht mehr passieren kann", so Bürkel.

Alle drei entwischten Herren waren erst seit wenigen Tagen im Knast, saßen aber nicht wegen Straftaten ein. Derzeit sitzen neun Flüchtlinge in dem Abschiebeknast.

Walter Bürkel (59), Vizepräsident der Landesdirektion, begründet die Flucht mit baulichen Schwachstellen.
Walter Bürkel (59), Vizepräsident der Landesdirektion, begründet die Flucht mit baulichen Schwachstellen.  © Holm Helis

Titelfoto: Holm Helis

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