Neues aus der Anstalt: Häftlinge machen Zeitung

Dresden - Sie heißen "Gitterpost" "Aufschluss" oder "Insider" - Zeitungen, die in Sachsens Justizvollzugsanstalten kursieren. Gemacht werden sie von Gefangenen, die darin nicht nur über ihren Haftalltag schreiben.

"Aufschluss" heißt die Knastzeitung in Leipzig und meint wohl die Hoffnung vieler Häftlinge auf baldige Freiheit.
"Aufschluss" heißt die Knastzeitung in Leipzig und meint wohl die Hoffnung vieler Häftlinge auf baldige Freiheit.  © Sebastian Willnow/dpa-Zentralbild/dpa

Geschichten aus der eigenen Anstalt, Erörterungen zum Justizvollzugsrecht, aber auch Berichte über Landtagsbeschlüsse und Sport finden sich in Sachsens Gefängniszeitungen.

Nach Angaben des Justizministeriums gibt es aktuell fünf dieser Publikationen. "Eine weitere, derzeit ruhende, soll in absehbarer Zeit wieder erscheinen", sagt Ministeriumssprecher Jörg Herold.

Die Auflagen der Knastblätter bewegen sich zwischen 40 und 800 Exemplaren, in der Regel erscheinen drei bis vier Ausgaben pro Jahr.

"Die Mitarbeit in den Redaktionsteams nützt auch einer Resozialisierung nach der Haftentlassung", meint Justizminister Sebastian Gemkow (41, CDU).

Unterstützt werden die "Redakteure" hinter Gittern von Mitarbeitern der Straffälligenhilfe, Ehrenamtlichen oder Justizbediensteten.

Älteste Knastpostille ist übrigens der seit 1990 existierende "Ruf aus Bautzen". Die jüngste erscheint seit vier Jahren in der JVA Zwickau und heißt "Gitterpost".

Und auch im Frauengefängnis Chemnitz gibt es eine Zeitung. Die heißt "Haftleben", wartet mit einer ganzen Seite Frauenthemen auf - etwa zum neuesten Fingernägel-Style - und die Stationskatze hat eine eigene Kolumne.

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