Welchen Effekt hatte Maaßen wirklich bei der Sachsen-Wahl?

Dresden - Am Montag beginnen Sondierungsverhandlungen zwischen CDU, Grünen und SPD. Damit will sich die erzkonservative, lautstarke CDU-Splittergruppe Werteunion nicht abfinden und versucht, die Gespräche weiter zu torpedieren - der vermeintliche Linksruck sei falsch, ihr Kurs dagegen richtig.

Ex-Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen (56) polarisiert mit seinen Rechtsaußen-Thesen und ist auch innerhalb der CDU heftig umstritten.
Ex-Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen (56) polarisiert mit seinen Rechtsaußen-Thesen und ist auch innerhalb der CDU heftig umstritten.  © dpa/Patrick Pleul, PR

Der Frust sitzt nach der Abkanzelung ("Maaßen hat genug Ärger gemacht") durch Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU) offenbar tief.

Nun argumentiert die Werteunion, dass Wahlkampf-Auftritte ihres Promi-Mitglieds, Ex-Verfassungsschutz-Chef Hans-Georg Maaßen (56), der CDU ja geholfen hätten.

Wirklich? Die Fakten: In Sachsen unterstützte Maaßen die CDU-Direktkandidaten Matthias Rößler (64), Sebastian Fischer (37), Geert Mackenroth (69) und Frank Heidan (61).

Mancher Besucher wähnte sich auf einer AfD-Veranstaltung. Die letzten drei verloren ihren Wahlkreis an die AfD-Konkurrenz, nur Rößler gewann hauchdünn. Mackenroth zog über die Liste in den Landtag.

Die Werteunion sieht sich nun aber durch eine Umfrage des Instituts INSA bestätigt - mit allerdings nur wackligen 500 Befragten. Darunter sogar nur 143 CDU-Wähler! Und von diesen hätten zwei Prozent geantwortet, der Einsatz Maaßens habe sie zur Stimme für die CDU bewegt. Die Interpretation, Maaßen habe der CDU geschadet, sei somit widerlegt.

"Nur wenn wir der AfD Wähler abnehmen, werden wir wieder stark", so auch der Politikwissenschaftler Werner Patzelt (66, CDU), selbst Werteunion-Mitglied. Gefordert wird eine Minderheitsregierung. Fortsetzung folgt ...

Sebastian Fischer (37) verlor seinen Wahlkreis. Andere CDU-Politiker mit deutlicher Abgrenzung nach Rechts schnitten besser ab.
Sebastian Fischer (37) verlor seinen Wahlkreis. Andere CDU-Politiker mit deutlicher Abgrenzung nach Rechts schnitten besser ab.  © dpa/Patrick Pleul, PR

Titelfoto: dpa/Patrick Pleul, PR

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