Fast schon abgeschoben: Hartmut Vorjohann wird Sachsens Finanzminister

Dresden - Diesen Karrieresprung hat kaum einer vorhergesehen: Hartmut Vorjohann (56, CDU) ist Sachsens neuer Finanzminister. Dem Herr des Geldes kommt in der Dreierkoalition aus CDU, Grünen und SPD eine entscheidende Rolle zu.

Hartmut Vorjohann 2003 als Dresdner Finanzbürgermeister. Die Kassen des Freistaates sind derzeit aber ganz gut gefüllt.
Hartmut Vorjohann 2003 als Dresdner Finanzbürgermeister. Die Kassen des Freistaates sind derzeit aber ganz gut gefüllt.  © Archiv

Statt im Dresdner Rathaus, wo er zuletzt Bildungsbürgermeister war, steht sein Schreibtisch nun im Dresdner Regierungsviertel.

Ein Schlüsselposten. Geht es nach dem Linken-Fraktions-Chef im Dresdner Stadtrat, André Schollbach (41), sei Vorjohann ein "Finanzjongleur" und somit keine gute Wahl.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU), der ihn als Minister holte, sieht das wenig überraschend anders: "Ich wünsche ihm sehr, dass er in ähnlicher Weise wie Georg Milbradt Akzente setzen kann", so Kretschmer über Vorjohann.

Die Staatsfinanzen seien eine große, schwere Aufgabe. Milbradt war vor seiner Zeit als Finanzminister Stadtkämmerer.

Parallele zu Vorjohann: Der Volkswirt und Politologe aus NRW war in den 90ern Amtsleiter der Kämmerei in Leipzig.

Zudem von 2003 bis 2016 Finanzbürgermeister in Dresden. In seine Amtszeit fiel der von ihm maßgeblich miteingefädelte milliardenschwere und umstrittene Verkauf der Dresdner Wohnungsgesellschaft, die Dresden schuldenfrei machte.

Hartmut Vorjohann gilt als gewiefter Finanzfuchs

Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU, r.) machte Hartmut Vorjohann (56, CDU) zum neuen Finanzminister.
Ministerpräsident Michael Kretschmer (44, CDU, r.) machte Hartmut Vorjohann (56, CDU) zum neuen Finanzminister.  © Holm Helis

Er gilt als gewiefter Finanzfuchs. Als einer der wenigen hat er sich auch nicht gescheut, Dynamo Dresden zu attackieren, wenn es um den Griff ins Stadtsäckel ging.

2016/17 stand Vorjohann eigentlich schon vor dem politischen Aus: Nachdem klar war, dass die CDU in Dresden nicht mehr den Finanzbürgermeister stellt, schien es keinen Platz mehr für ihn zu geben. Die Dresdner CDU-Chefs wollten ihn auch nicht als Bildungsbürgermeister.

Aber die CDU im Stadtrat setzte ihn durch - selbst um den Preis, den eigentlich vorgesehenen Kandidaten zu brüskieren.

Trotzdem fremdelte er im Amt. Jetzt ist er Sachsens oberster Kassenwart ...

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