Sachsens Geburtshelfer: Endlich Vorschläge gegen den Mangel an Hebammen

Dresden - Es gibt in Sachsen stellenweise Engpässe bei der Versorgung, so das Fazit einer Hebammenstudie im Auftrag von Gesundheitsministerin Barbara Klepsch (53, CDU): "Betroffen sind wegen der hohen Geburtsraten vor allem Dresden und Leipzig."

Ministerin Barbara Klepsch (53, CDU) und Hebammen-Chefin Stephanie Hahn-Schaffarczyk (41, r.) mit der Studie.
Ministerin Barbara Klepsch (53, CDU) und Hebammen-Chefin Stephanie Hahn-Schaffarczyk (41, r.) mit der Studie.  © Eric Münch

Jede zehnte Mutter gab an, dass es schwer oder sehr schwer war, eine Hebamme für eine Betreuung zu finden. 85 Prozent der befragten Hebammen sagten, dass sie mehr oder deutlich mehr Anfragen für eine Wochenbettbetreuung hatten als sie annehmen konnten. "Es gibt immer wieder Frauen, die unversorgt bleiben", so Stephanie Hahn-Schaffarczyk (41), Chefin des Sächsischen Hebammenverbandes.

Hochgerechnet rund 1270 Mütter hätten eine Betreuung gewollt, aber keine Hebamme gefunden, so die Studie. Und 59 Prozent der in Kliniken angestellten Hebammen beklagten, dass sie nicht genug Zeit hätten, die Frauen im Kreißsaal angemessen zu betreuen. Die Verbandschefin verwies darauf, dass sich vor allem die Lage in den Kliniken weiter zugespitzt habe. "Viele Hebammen schmeißen hin."

Ministerin Klepsch kündigte ein Paket von 14 Maßnahmen an. "Dabei geht es vor allem um Entlastung, so dass sich die Hebammen besser auf die Versorgung von ‎Schwangeren und Gebärenden konzentrieren können." Unter anderem sollen Modellprojekte wie ein hebammengeleiteter Kreißsaal geprüft und die Hebammen von "fachfremden" Tätigkeiten entlastet werden - etwa Putzdienste.

Für die Studie wurden die Antworten unter anderem von ‎‎gut 500 Hebammen, 1500 Müttern und 23 Krankenhäusern ausgewertet. Insgesamt arbeiten rund 1000 Hebammen in Sachsen.

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