Nachbarn nach Abschiebe-Drama entsetzt! So erlebten sie die fünfköpfige Familie

Nachbar Guido Richarts (44) kennt die armenische Familie seit zwei Jahren.
Nachbar Guido Richarts (44) kennt die armenische Familie seit zwei Jahren.  © Ove Landgraf

Dresden - Das Abschiebe-Drama um die fünfköpfige Familie im Dresdner Hechtviertel (TAG24 berichtete)! Nachbarn sind entsetzt, beschreiben die Familie als hilfsbereit. Anwohner Guido Richarts (44) vertraute den Eltern sogar seinen behinderten Sohn (11) an.

Der Musiker wohnt mit seiner Familie in der Fichtenstraße, kennt die Armenier seit zwei Jahren.

„Mein Sohn Mika mit Down-Syndrom saß am Fenster, winkte den Nachbarn von gegenüber zu. Die Mutter winkte Mika zurück“, erzählt Richarts. „Sie lud uns zum Kaffee ein. Wir erlebten die Familie immer als warmherzig und auch sozial kompetent. Wir gaben Mika öfters zur Betreuung rüber.“

Die Armenier bezogen Sozialhilfe. Vardan H. (37) arbeitete zwischenzeitlich auf dem Bau und als Koch. Zuhause sprachen die Eltern armenisch, ihre Kinder armenisch und einwandfrei deutsch.

Die Abschiebung der fünfköpfigen Familie wurde von rund 60 Polizisten abgesichert.
Die Abschiebung der fünfköpfigen Familie wurde von rund 60 Polizisten abgesichert.  © xcitepress/Christian Essler

Alle besuchten die Grundschule „Am Hechtpark“. Alen (6) war gerade eingeschult worden, Andre (8, dritte Klasse) boxte gerne im Verein.

Emilia (10) gilt als gute Schülerin, besuchte die fünfte Klasse an der Gemeinschaftsschule Pieschen, tanzte in einer Gruppe.

Jetzt sucht sie die Polizei. Ihre Mutter Emma ist weiter im Krankenhaus. Sie weiß, dass ihre Tochter in Sicherheit sein soll. Doch sie ist verzweifelt, traut sich aus Angst vor der Polizei nicht, ihre Tochter zu sehen.

Vater Vardan H. (37) landete mit Alen und Andre in Armenien.

Die Mutter soll nach ihrem Zusammenbruch laut Landesdirektion vom Amtsarzt untersucht werden. Ist sie reisefähig, soll sie wie geplant mit Emilia ihrem abgeschobenen Mann und Söhnen folgen. Freitagnachmittag wollen Anwohner im Hechtviertel erneut gegen die Abschiebung demonstrieren.

Guidos Sohn Mika (11) leidet am Down-Syndrom, wurde von den warmherzigen Armeniern oft betreut.
Guidos Sohn Mika (11) leidet am Down-Syndrom, wurde von den warmherzigen Armeniern oft betreut.
Mutter Emma mit Andre, Alen und der immernoch vermissten Emilia (10).
Mutter Emma mit Andre, Alen und der immernoch vermissten Emilia (10).

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