Dürresommer: Dem Dresdner Heidefriedhof droht der Trockentod

Dresden/Chemnitz - Linda Grafe (18) ist zur Zeit im Dauereinsatz. Die Auszubildende für Garten- und Landschaftsbau versucht die Pflanzen auf dem Dresdner Heidefriedhof vor dem Trockentod zu retten. Nicht immer mit Erfolg. Sachsenweit macht der Dürresommer den Friedhöfen zu schaffen. Sie rechnen mit großen Verlusten und Mehrausgaben.

Linda Grafe (18), Auszubildende im Garten- und Landschaftsbau, gießt Anpflanzungen auf Gemeinschaftsgräbern.
Linda Grafe (18), Auszubildende im Garten- und Landschaftsbau, gießt Anpflanzungen auf Gemeinschaftsgräbern.  © Eric Münch

117 abgestorbene Großbäume wurden allein im Juli nur auf dem städtischen Heidefriedhof gezählt. "Schäden an kleineren Gehölzen, Stauden sowie Grabbepflanzungen sind überall zu sehen", bedauert Mario Fischer, Fachbereichsleiter für die städtischen Friedhöfe Dölzschen, Heidefriedhof und Nordfriedhof in Dresden. Trotz intensiver Bewässerung!

"In der bisherigen Trockenperiode wurden täglich an verschiedenen Stellen Wassersprenger aufgestellt und zusätzlich per Hand gegossen", versichert er. Der Wasserverbrauch habe sich verdoppelt, manche Woche sogar mehr als verdreifacht. Doch es scheint ein Kampf David gegen Goliath ...

Auch in Chemnitz und Leipzig bangt man vor allem um die Bäume. "Bereits der Hitzesommer 2018 hat die Bäume geschwächt. Geraten Bäume in eine Art ,Dürre-Stress', haben auch Schädlinge leichteres Spiel", heißt es aus dem Chemnitzer Rathaus. In Leipzig ist besonders der Altbestand betroffen. Auf dem Südfriedhof zum Beispiel seien zahlreiche, fast 100 Jahre alte Buchen abgestorben, außerdem viele Serbische Fichten.

Ebenfalls ein Problem: die trockenen Böden. "Bei schweren Lehmböden wie auf dem Friedhof in Dölzschen ist die Erde sehr hart und Grabungen sehr beschwerlich", sagt Mario Fischer. Auch der Umgang mit Grablichtern ist nicht unbedenklich.

Fischer: "Wir schauen regelmäßig nach der Waldbrandstufe. Ab Stufe 4 werden die Friedhofsbesucher über einen Aushang am Friedhofseingang darüber informiert und gebeten, keine Kerzen/Grablichter mit Flamme aufzustellen."

Verdorrte Pflanzen finden sich derzeit überall auf den Friedhöfen.
Verdorrte Pflanzen finden sich derzeit überall auf den Friedhöfen.  © Eric Münch

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