Herzchirurg in Dresden als Schleuser verurteilt

Dresden - Er ist nach eigenen Angaben gelernter Herzchirurg - und hatte, wie er sagt, Mitleid mit in ihrer Heimat verfolgten und vom Krieg verjagten Syrern.

Mohamad K. (40) kam am Mittwoch wieder auf freien Fuß.
Mohamad K. (40) kam am Mittwoch wieder auf freien Fuß.  © Peter Schulze

Deshalb hatte Mahamad K. (40) bei Schleusungen von Flüchtlingen auf sogenannten Geisterschiffen geholfen. Jetzt stand er vor Gericht.

Im Dezember 2014 trieb die "Blue Sky M", ein schrottreifer Frachter, vor der italienischen Küste ohne Crew durch das Mittelmeer.

An Bord waren 796 Flüchtlinge. Drei von ihnen erkannten bei der Bundespolizei in Berggießhübel Mohamad K. auf Fahndungsfotos wieder.

Im Juni 2018 wurde der Palästinenser schließlich in den Niederlanden geschnappt, nach Deutschland ausgeliefert und hier vor Gericht gestellt.

Nachdem den angelernten Mediziner hier zahlreiche Flüchtlinge als Vermittler erkannt hatten, brach er sein Schweigen und gab zu, den Kontakt zu Schleusern hergestellt haben.

Geld im nennenswerten Umfang will er für seine Hilfe nicht bekommen haben.

Das Urteil: zwei Jahre Haft auf Bewährung. Allerdings gibt es auch in der Türkei ein Schleuser-Urteil gegen ihn: Dort wurde Mohamad zu fünfeinhalb Jahren Knast verdonnert.

Titelfoto: Peter Schulze

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