Hilfe, Sachsen trocknet aus! Wird jetzt das Trinkwasser knapp?

Dresden - Sachsen läuft das Wasser weg. Rund 60 Prozent der Flüsse im Freistaat haben teils drastische Niedrigwasserstände. Auch das Grundwasser zieht sich immer mehr zurück. Immerhin sind nach Angaben der Landestalsperrenverwaltung (LTV) die Trinkwasserspeicher noch gut gefüllt.

Eine Boje liegt auf dem ausgetrockneten Flußbett der Elbe in Dresden.
Eine Boje liegt auf dem ausgetrockneten Flußbett der Elbe in Dresden.  © Robert Michael/dpa

Die aktuellen Zahlen des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) verheißen nichts Gutes: Die Durchflüsse an 60 Prozent der von der Behörde beobachteten Flüsse und Bäche liegen trotz der jüngsten Gewitter in Ostsachsen im Niedrigwasserbereich.

Am dramatischsten ist die Situation demnach an der Elbe - deren Durchfluss laut LfULG bereits um 100 Prozent unter dem hydrologischen Jahres-Mittelwert (MNQ) liegt.

Auch die Nebenflüsse der Elbe (80 Prozent unter MNQ), die Lausitzer Neiße (77 Prozent) und die Mulden (61 Prozent) führen extremes Niedrigwasser.

Noch problematischer: Die Grundwasserstände im Freistaat sind so tief wie selten zuvor. "Derzeit unterschreiten zirka 84 Prozent der ausgewerteten 152 Messstellen den monatstypischen Grundwasserstand um durchschnittlich 48 Zentimeter", heißt es im aktuellen Wochenbericht des LfULG.

Folge: Bäume und Sträucher haben es immer schwerer, an Wasser zu kommen. Vor allem Flachwurzler wie Birken und Nadelbäume vertrocknen.

Eigentlich fließt hier der Kaitzbach im Großen Garten.
Eigentlich fließt hier der Kaitzbach im Großen Garten.  © Norbert Neumann

Entspannung ist nicht in Sicht. Zwar soll es am Mittwoch weitere Regenschauer geben. Doch die könnten die bereits im Trockenjahr 2018 aufgebauten Defizite im Bodenwasserhaushalt nicht ausgleichen, erklärt LfULG-Sprecherin Karin Bernhardt.

Immerhin: Sachsens Trinkwasserversorgung ist bisher nicht gefährdet. Aufgrund der reichlichen Niederschläge im ersten Jahresquartal sind die Talsperren noch gut gefüllt. Nach Angaben der LTV liegt etwa der Füllstand der Talsperre Eibenstock bei 92 Prozent.

"Das Talsperrensystem Klingenberg-Lehnmühle, dessen Inhalt vor genau einem Jahr bei 62 Prozent lag, ist heute noch zu 83 Prozent gefüllt", berichtet LTV-Sprecherin Britta Andreas.

Auch die großen Brauchwasser-Talsperren Pöhl und Bautzen haben mit 78 bzw. 79 Prozent ihres Wasserstandes noch ordentlich Potenzial.

Die Flußmeisterei nutzt die regenarme Zeit und baggert die Flutrinne der Mulde in Glauchau aus.
Die Flußmeisterei nutzt die regenarme Zeit und baggert die Flutrinne der Mulde in Glauchau aus.  © Andreas Kretschel

Titelfoto: Norbert Neumann, Robert Michael/dpa

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