Igitt! Wird die Elbe heute mit Abwasser geflutet?





Fällt zu viel Regen, werden nicht nur Straßen überflutet, auch das Kanalsystem läuft über.
Fällt zu viel Regen, werden nicht nur Straßen überflutet, auch das Kanalsystem läuft über.  © Kristin Schmidt

Dresden - Für Montag haben die Metereologen schwere Regenfälle vor ausgesagt. Für Dresdens Stadtentwässerung und die Elbe könnte das unangenehme Folgen haben.

Was kaum jemand weiß: Fällt zu viel Wasser, läuft das Kanalsystem buchstäblich über, Dresdens stinkende Abwasserbrühe fließt dann ungeklärt in die Elbe...

Dresdens Kanalnetz ist Dresden 1800 Kilometer lang - eine Strecke, die von Dresdens bis Barcelona reichen würde. Über 780 Kilometer fließt Dresdens Schmutz- und Regenwasser ab.

In der Regel direkt zum Klärwerk Kaditz. Doch bei Starkregen mit mehr als zehn Litern Wasser pro Quadratmeter reichen selbst die bis zu 3,4 Meter dicken unterirdischen Rohre nicht mehr aus. Über 76 Entlastungskanäle läuft dann die Dreckbrühe in die Elbe.

Einer davon liegt etwa unter der Breitscheidstraße. Die Rohre haben einen Durchmesser von bis zu zwei Metern. „In der Sekunde strömen hier bis zu 5000 Liter durch“, erklärt Kanalnetzmeister Frank Lieber (57). Unten am Elbufer läuft die Brühe über drei Einzelschächte den Fluss.

Dreckwasser-Flutungen bei Starkregen belasten übrigens nicht nur die Elbe, sondern auch die Kasse der Stadtentwässerung. Bei Überlauf-Ereignissen sind nämlich saftige Strafgebühren an die Stadt fällig.

Dem versucht der kommunale Betrieb vorzubauen. Das Unternehmen investiert in riesige Regenrückhaltebecken. Eines davon liegt etwa unterirdisch neben der Waldschlößchenbrücke, 50 mal 45 Meter groß. Kosten: 17 Millionen Euro. Millionen Liter Dreckwasser können dort zwischengespeichert werden, bevor es dann bei ruhigerer Wetterlage die Kläranlage fließen kann.





Hier läuft das Abwasser nach Starkregen in die Elbe: Kanalnetzmeister Frank Lieber (57) zeigt 
einen der Schachtausgänge. Der Gitterrost schützt die Mündung vor Treibgut und 
Bibern.
Hier läuft das Abwasser nach Starkregen in die Elbe: Kanalnetzmeister Frank Lieber (57) zeigt einen der Schachtausgänge. Der Gitterrost schützt die Mündung vor Treibgut und Bibern.  © Kristin Schmidt

Titelfoto: Kristin Schmidt


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