Im April fehlten 98 Prozent Niederschläge! Sachsen droht nächster Dürre-Sommer

Dresden - Sonnenschein, sommerliche Temperaturen und kein Regen: Das traumhafte Frühlingswetter bereitet schon wieder Sorgen.

Fast wie in der Sahelzone: Schon im vergangenen Jahr verdorrte auf den Feldern das Futter fürs Vieh.
Fast wie in der Sahelzone: Schon im vergangenen Jahr verdorrte auf den Feldern das Futter fürs Vieh.  © Monika Skolimowska/dpa

Auch deshalb, weil die Pflanzen aufgrund der Dürre vom letzten Jahr nicht aus Wasserspeichern der Erde zehren können. Ein neuer Dürresommer würde den Osten zudem besonders hart treffen.

Gerade einmal ein (!) Liter Niederschlag pro Quadratmeter (gefallen am 13. und 14. April) wurden an der Messstation Dresden-Klotzsche bislang für den Monat April gemessen.

Der Mittelwert (auf 30 Jahre) liegt bei 53 Liter - damit fehlen derzeit 98 Prozent der üblichen Niederschläge. Und daran werden auch die paar Tropfen nichts ändern, die fürs kommende Wochenende angesagt sind.

Das Problem: "Die Startbedingungen sind ohnehin schlechter als im Vorjahr, weil der Winter nicht niederschlagsreich war", so Sebastian Balders (28) vom Deutschen Wetterdienst in Leipzig.

Leider ist auch kein Tage andauernder helfender Landregen in Sicht.

Dürre! Bei Moritzburg liefen die Bewässerungsanlagen auf den Feldern bereits gestern auf Hochtouren.
Dürre! Bei Moritzburg liefen die Bewässerungsanlagen auf den Feldern bereits gestern auf Hochtouren.  © Tino Plunert

Lediglich kürzere Schauer werden zum Wochenende mit einer Kaltfront erwartet. In die Glaskugel mögen die Wetterexperten nicht schauen. "Wir können definitiv noch nicht sagen, wie der Sommer wird".

Klar ist jedoch: Wenn die Dürre kommt, dann trifft sie den Osten besonders hart. Der Grund: Das Wetter kommt meist vom Westen, beispielsweise vom Atlantik. Niederschläge fallen oft schon unterwegs oder bleiben auch an den Gebirgen auf dem Weg nach Osten hängen.

In der Landwirtschaft sind die Folgen bereits spürbar: Derzeit wird Mais gelegt. Der braucht dringend Feuchtigkeit, um zu keimen. Die aber fehlt. Auch der Raps zeigt merklich kleinere Blüten. "Unsere rund 1 300 Mitgliedsbetriebe sind in großer Sorge", so Thomas Zaeske vom Landesbauernverband Sachsen.

Mehr zu den Sorgen der sächsischen Bauern lest Ihr außerdem im großen Report in der kommenden Morgenpost am Sonntag.

Und dann auch noch das: Sturmböen pusteten Sachsen durch

Äste und Bäume lagen in ganz Sachsen nach dem Sturm auf Straßen und Gleisen - wie hier in Seifersdorf.
Äste und Bäume lagen in ganz Sachsen nach dem Sturm auf Straßen und Gleisen - wie hier in Seifersdorf.  © xcitepress

Trotz warmen Wetters fegte am Dienstag ein heftiger Sturm über Sachsen hinweg, sorgte für zahlreiche umgestürzte Bäume und rief die Feuerwehr auf den Plan. Auf dem Fichtelberg wurde die höchste Windstärke 9 (81 Stundenkilomter) gemessen.

Doch auch in Lichtenhain und Dresden wütete der Wind mit Windstärke 8 (67 km/h). Zwischen 12 Uhr und 19.15 Uhr rückten die Dresdner Kameraden neunmal aus. In der Fischhausstraße drohte ein Baum, in ein Kita-Gelände zu fallen.

Auf dem Falkensteinplatz deckte eine Böe ein Flachdach eines Hauses ab. Doch auch im Umland ging dem Wind die Puste nicht aus: In Bautzen stürzte ein Baum auf die Bahnstrecke Bautzen-Löbau.

In Seifersdorf/OT Wachau krachte ein Ast auf ein parkendes Fahrzeug.

"Sehr hohe Gefahr": Schon jetzt wurde in vielen Regionen Sachsens Waldbrandstufe 5 ausgerufen.
"Sehr hohe Gefahr": Schon jetzt wurde in vielen Regionen Sachsens Waldbrandstufe 5 ausgerufen.  © dpa/Jan Woitas
Droht uns das Drama des vergangenen Sommers aufs Neue? Staubende Felder, soweit das Auge reicht.
Droht uns das Drama des vergangenen Sommers aufs Neue? Staubende Felder, soweit das Auge reicht.  © dpa/Jan Woitas

Titelfoto: dpa/Jan Woitas

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