Immer mehr Pendler verstopfen Dresdens Straßen

An der Fischhausstraße staut sich der Verkehr teilweise bis in die Heide zurück.
An der Fischhausstraße staut sich der Verkehr teilweise bis in die Heide zurück.  © Thomas Türpe

Dresden - Billiger Wohnraum bei guter Verkehrsanbindung am Rande der Stadt: Dresden verliert immer mehr Einwohner an Umlandgemeinden. Das sorgt für immer mehr Pendler. Und die machen die morgendlichen Staus immer länger.

Wer jeden Morgen mit dem Auto zur Arbeit fährt, kennt es: Jahr für Jahr werden die Staus an den Knotenpunkten länger.

Ein Trend, der nicht eingebildet, sondern mit Fakten belegbar ist. Zogen 2011 noch mehr Menschen (+888) aus dem Dresdner Umland in die Landeshauptstadt, hat sich dieser Trend dauerhaft umgekehrt. Seit 2012 schrumpft Dresden im Vergleich zum Umland. In den letzten beiden Jahren verlor die Stadt 2600 Einwohner an Nachbargemeinden.

Gründe: Während in Dresden in der Innenstadt schicke, aber teure Neubauprojekte realisiert werden, entstehen überall im Umland bezahlbare Baugebiete. Etwa in Bannewitz. Momentan werden direkt an der Stadtgrenze zu Dresden 60 Einfamilienhäuser und 32 neue Wohnungen gebaut.

Versucht so viele Autofahrer wie möglich von der Pendelei nach Dresden abzuhalten: Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (41, Grüne).
Versucht so viele Autofahrer wie möglich von der Pendelei nach Dresden abzuhalten: Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (41, Grüne).  © Eric Münch

Folge: Jährlich ziehen mehr Dresdner nach Radebeul (+310), Freital (+200) oder Bannewitz als umgekehrt. Die neuen "Landbewohner" fahren jedoch meist nach Dresden auf Arbeit und erhöhen so die Zahl der täglich 140.000 Pendler weiter. Allein aus Freital erhöhte sich die Zahl von 5970 im Jahr 2011 auf aktuell 6610 Autofahrer.

Dresden reagiert. So sollen durch höhere Parkgebühren und mehr kostenpflichtige Parkplätze Fahrten vermieden werden. Mehr Jobtickets sollen das Umsteigen auf Bus und Bahn erleichtern, bessere Radwege auch ins Umland sollen Radler anlocken. Größere Straßen finden sich kaum, stattdessen fallen Spuren weg.

Das ärgert FDP-Chef Holger Zastrow (48): "Die Zahl der Pendler steigt. Statt leistungsfähige Hauptverkehrsstraßen zu erhalten, wird wie wild zurückgebaut. Das sind linksgrüne Wunschträume."

Früh am Morgen wird die Blechkarawane an der Südhöhe in Richtung Innenstadt immer länger.
Früh am Morgen wird die Blechkarawane an der Südhöhe in Richtung Innenstadt immer länger.  © Thomas Türpe

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