Infinus-Prozess: Verteidigung will 22.000 Zeugen hören

Sämtliche Angeklagte und Verteidiger im Infinus-Prozess fordern alle 22.000 Anleger in den Zeugenstand.
Sämtliche Angeklagte und Verteidiger im Infinus-Prozess fordern alle 22.000 Anleger in den Zeugenstand.  © Holm Helis

Dresden - Knaller im Infinus-Fall am Landgericht Dresden. In dem zähen Betrugsverfahren wollen die Verteidiger jetzt sage und schreibe 22.000 Zeugen hören! Dieser Antrag dürfte deutschlandweit einmalig sein.

So sollen alle in der Anklage aufgelisteten Anleger, die laut Staatsanwalt von den angeklagten Infinus-Bossen (47 bis 55 Jahre) um über 155 Mio Euro betrogen worden sein sollen, in den Zeugenstand gerufen werden.

Die Befragung soll beweisen, dass sich gerade "Kurzzeitanleger" eben nicht für das Konzept Infinus sondern nur für die Renditen interessierten, mithin auch nicht betrogen wurden. 

Weil sie weder Prospekte noch Unterlagen lasen oder die Tragfähigkeit ihrer Anlage hinterfragten, seien sie eben nicht von den Angeklagten getäuscht worden. Mithin läge kein Betrug vor.

Richter Hans Schlüter-Staats nahm den "Kleinen Antrag" (O-Ton Richter), der einen ganzen Aktenordner füllt, entgegen. Entschieden ist darüber noch nicht.


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