Infinus-Skandal und die Folgen: Großprozesse legen Gericht lahm

Dresden - Infinus und kein Ende: Der Skandal um die Mega-Pleite wird die Gerichte in Sachsen noch Jahre beschäftigen, obwohl das verschachtelte Dresdner Anlagekonstrukt mit Zehntausenden Geschädigten bereits 2014 zerbrach.

OLG-Präsident Gilbert Häfner (64).
OLG-Präsident Gilbert Häfner (64).  © Petra Hornig

Allein beim Oberlandesgericht Dresden (OLG) liegen noch Hunderte Verfahren, so OLG-Präsident Gilbert Häfner (64).

Waren bislang die ehemaligen Chefs im Visier Betroffener, sind es inzwischen die Wirtschaftsprüfer und Steuerberater, gegen die vorgegangen wird. Ihnen werden falsche Testate vorgeworfen. "Viele versuchen auch, die Vermittler von einst in Regress zu nehmen", so eine OLG-Sprecherin. Allerdings sei denen vorsätzliches Verhalten oft nicht nachweisbar.

Noch verrückter: Selbst ehemaligen Anlegern drohen Prozesse, da die Insolvenzverwalter der Infinusfirmen Geld zurückhaben wollen. Sogar ehemalige Aktionäre müssen sich auf Klagen gefasst machen. Ein großes zusammenfassendes Infinus-Urteil liegt seit dem 8. April vor.

Doch auf das OLG rollt bereits eine echte Sammelklage zu: Zurzeit prüft ein Richter die Zulässigkeit der ersten Musterfeststellungsklage nur aus Sachsen. Dabei geht es um das sogenannte Prämiensparen, das vielen Bürgern wegen garantierter hoher, aber realer Niedrigzinsen gekündigt wird und wurde.

Kläger ist die Verbraucherzentrale, Beklagter eine Leipziger Sparkasse. Bislang gibt es zehn Einzelkläger, mindestens 40 müssten es aber werden, so Häfner.

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