Gastro-Streit! Beim Lingnerschloss hängt der Haussegen schief

Dresden - Auf der Terrasse vom Lingnerschloss wird einem nicht mehr nur ein einzigartiger Panoramablick über das Elbtal geboten. Einer der am schönsten gelegenen Biergärten der Stadt bekommt jetzt auch einen neuen Edel-Ausschank. Hinter den Kulissen schäumt es dagegen noch immer ...

Gastro-Geschäftsführer Michael Grabowski (55, l.) stößt mit Fördervereins-Vorstand Eberhard Reißmann (77) vor dem neuen Ausschank an.
Gastro-Geschäftsführer Michael Grabowski (55, l.) stößt mit Fördervereins-Vorstand Eberhard Reißmann (77) vor dem neuen Ausschank an.  © Petra Hornig

Schloss-Restaurant und Biergarten werden seit zehn Jahren vom "Lingnerschloss Gastronomiebetrieb" (LBG) bewirtschaftet.

Die Firma liegt seit Jahren mit dem Vorsitzenden des "Fördervereins Lingnerschloss", Peter Lenk (79), im Clinch. Hauptstreitpunkt ist der nagelneue Ausschank.

Der hat nämlich 150.000 Euro mehr gekostet als ursprünglich geplant. Nach wie vor ist unklar, wer das eigentlich bezahlen soll.

Wenn es nach Lenk geht, soll ein Teil über die Miete wieder reingeholt werden. "Ich muss allerdings dafür kämpfen, dass wenigstens das gezahlt wird, was marktüblich ist."

Das sei derzeit nicht ansatzweise der Fall. Der Vereins-Chef fordert sechs Prozent vom Gesamtumsatz als Miete. Die LBG zahlt bislang aber in etwa nur die Hälfte, weshalb Lenk ihnen zum 31. März dieses Jahres kündigte.

Gastro-Geschäftsführer Michael Grabowski (55) hat daraufhin eine Feststellungsklage erhoben. Ab Dezember soll ein gerichtlich angeordneter Mediator zwischen beiden Parteien vermitteln, bis ein Kompromiss gefunden wird.

Der neue, 400.000 Euro teure Ausschank wird am Freitag eröffnet. Ab 17 Uhr gibt's bei Livemusik "ein bis zwei Fässchen Freibier" und gratis Bowle, so Grabowski. Auf der historischen Terrasse finden bis zu 280 Gäste Platz.

Das Lingnerschloss wurde 1906 vom "Odol-König" Karl August Lingner, dem Erfinder des Mundwassers, gekauft.
Das Lingnerschloss wurde 1906 vom "Odol-König" Karl August Lingner, dem Erfinder des Mundwassers, gekauft.  © Petra Hornig
Fördervereins-Chef Peter Lenk (79): "Ich gehe davon aus, dass es mit dem jetzigen Pächter keine Einigung gibt."Foto: Steffen
Fördervereins-Chef Peter Lenk (79): "Ich gehe davon aus, dass es mit dem jetzigen Pächter keine Einigung gibt."Foto: Steffen  © Petra Hornig
Die Mehrkosten, die durch den Bau des 65-Quadratmeter-Ausschanks entstanden, sind Streitthema Nummer eins.
Die Mehrkosten, die durch den Bau des 65-Quadratmeter-Ausschanks entstanden, sind Streitthema Nummer eins.  © Petra Hornig