Hier gibt's Dresdens schönsten Arbeitsplatz

Momentan hat er Hochsaison: Pilot Jens Großmann (50) steuert sein Luftschiff 
mit Lenkseilen.
Momentan hat er Hochsaison: Pilot Jens Großmann (50) steuert sein Luftschiff mit Lenkseilen.  © Holm Helis

Dresden - Wenn er in die Luft geht, schauen garantiert alle nach oben! Denn Jens Großmann (50) ist der einzige Luftschiff-Pilot Dresdens. Er steuert den 41 Meter langen Koloss über Zwinger, Frauenkirche und Elbe hinweg ...

Sämtliche Blicke vom Boden sind ihm sicher. Doch ein Auge für die Schönheit der Stadt hat Jens Großmann nicht: „Dafür bin ich einfach zu sehr konzentriert.“

Seine Leidenschaft für die Luftfahrt entfachte vor mehr als 20 Jahren. „Als Kind habe ich die Bücher von Jules Vernes verschlungen, später konnte ich einen Traum verwirklichen“, lacht der Pilot, der sich 1994 den ersten Ballon besorgte. „Für 125.000 Mark aus dem Westen. Ich habe mir das Geld zusammengeborgt, sogar mein teures Auto verkauft.“

Es war der Beginn einer Firmengeschichte (ballon-sachsen.de), die den studierten Bauingenieur abheben ließ. „Anfangs nur für Bekannte, erst später entwickelte sich daraus ein Geschäftsmodell mit weiteren Ballonen.“

Heute sind bis zu sieben Piloten für Großmann aktiv, starten auf Wunsch überall in Sachsen.

Eine Drohne könnte kaum bessere Bilder liefern. Der Ausblick aus der offenen 
Kabine auf die prächtige Altstadt ist gigantisch.
Eine Drohne könnte kaum bessere Bilder liefern. Der Ausblick aus der offenen Kabine auf die prächtige Altstadt ist gigantisch.  © Holm Helis

Nur ein Traum blieb unerfüllt - bis vor wenigen Monaten. „Ich sah vor vielen Jahren ein Luftschiff, einen Zeppelin. Und war sofort verliebt“, sagt der umtriebige Mann (vier Kinder von drei Frauen), der seinen „Luftschiffhafen“ in einem alten Rittergut bei Kamenz hat. „Als die Herstellerfirma den Betrieb einstellte, schlug ich zu.“

Mittlerweile hat Großmann drei Luftschiffe. Und so funktioniert der „Zeppelin“: Zunächst wird er mit kalter Luft aufgeblasen, dann mit heißer Luft erwärmt. Wie ein Ballon steigt er in die Höhe. „Ein benzinbetriebener Ultraleichtmotor treibt zudem einen Propeller an, mit dem wir das Luftschiff steuern können.“

Ein enormer Vorteil! Denn anders als ein Ballon kann die „Zigarre“ (30 km/h schnell, 150-400 Meter Höhe) zielgerichtet gesteuert und gelenkt werden. Leider passen nur drei Passagiere in die offene Kabine. „Dafür ist sie wegen des leichten Einsteigens und der bequemen Sitze perfekt für Senioren geeignet“, erklärt Großmann.

Ein nicht ganz billiger Spaß: Wegen des großen Aufwands kostet ein Rundflug (40 Minuten) ab 239 Euro pro Person.

Majestätisch gleitet das 41 Meter lange Luftschiff über der imposanten 
Kulisse. Für die Oberfläche werden übrigens neue Werbekunden gesucht.
Majestätisch gleitet das 41 Meter lange Luftschiff über der imposanten Kulisse. Für die Oberfläche werden übrigens neue Werbekunden gesucht.  © Holm Helis
Vorm Start ist der aufblasbare „Zeppelin“ zusammengelegt wie ein riesiges 
Bettlaken. Der Aufbau dauert eine halbe Stunde.
Vorm Start ist der aufblasbare „Zeppelin“ zusammengelegt wie ein riesiges Bettlaken. Der Aufbau dauert eine halbe Stunde.  © Holm Helis
Luftig, aber einmalig schön: In der Kabine können neben dem Piloten drei 
Passagiere Platz nehmen, werden angeschnallt.
Luftig, aber einmalig schön: In der Kabine können neben dem Piloten drei Passagiere Platz nehmen, werden angeschnallt.  © Holm Helis

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